Eine Statue für Jacko. INITIATIVE / Zwei Fans wollen Michael Jackson ein Denkmal errichten. Mit der Gemeinde suchen sie nach einem Platz dafür.

Erstellt am 27. September 2011 (00:00)
NOEN
VON MICHAEL PFABIGAN

MISTELBACH / Geht es nach Martina Kainz und Renate Bauernfeind, so wird schon bald in Mistelbach die erste Statue des „King of Pop“ Michael Jackson stehen. Denn die beiden Fans des 2009 verstorbenen Sängers wollen Jacko ein Denkmal setzen.

Finanziert soll dieses mit Spenden aus der Fangemeinde werden, was die beiden Frauen allerdings auch noch suchen ist ein Ort, wo die Statue aufgestellt werden könnte. Und dafür brauchen sie die Gemeinde. Die hat den Antrag der Gemeinde geprüft und fünf mögliche Standorte herausgefiltert: vor dem Stadtsaal, beim Weinlandbad, bei der Sommerszene, im Landesbahnhofpark vis á vis des Restaurants Diesner und bei der Sporthalle - wobei die beiden Initiatorinnen den Liechtensteinpark bevorzugen würden. Dezitiert nicht in der Liste ist der Stadtpark. Wegen des dort befindlichen Brunnenschutzgebietes, trauen sich die Gemeinderäte die Errichtung des Denkmals dort nicht einmal anzudenken.

Wie kam Martina Kainz auf die Idee, ihrem Idol ein Denkmal zu setzen? „Ich habe seit dem Tod von Michael Jackson unzählige Bilder für Fans gemalt“, erzählt die Spannberger Malerin Martina Kainz. Und in zwei Büchern hat sie die Gedanken, Hoffnungen und Emotionen von Jacko-Fans seit seinem Tod gesammelt und veröffentlicht: „Diese ganze Energie, diese ganze Liebe der Fans wollen wir in das Denkmal einfließen lassen“, erzählt Kainz. Deshalb wird auch der Erlös ihres dritten Jacksonbuches der Statue zugute kommen.

Spendensumme bestimmt  die Größe der Statue

 

Welche Statue es wird, ist abhängig von der Summe, die die beiden Initiatorinnen sammeln: Um 4000 Euro gibt?s eine Büste, ab 10.000 Euro eine große Statue, eine tschechische Bildhauerin wartet nur noch auf den Auftrag.

Könnte das Denkmal zur Pilgerstätte der Jacksonfans werden? Martina Kainz und Renate Kornfeind sind überzeugt davon, dass viele nach Mistelbach kommen werden.

Die Mistelbacher Politik steht dem Projekt vorsichtig positiv gegenüber. Der Kulturausschuss stimmte der Errichtung des Denkmals grundsätzlich zu: „Man kann schon den Mut haben, jemanden ein Denkmal zu setzen, bevor er hundert Jahre tot ist!“, meint Bürgermeister Alfred Pohl, der zugibt, selbst kein glühender Jackson-Fan zu sein. Mistelbach stehe aber zu seinem gelebten Spannungsfeld zwischen Moderne und Tradition.

Was wenn der Gemeinderat nicht zustimmt? „Dann kaufen wir die paar Quadratmeter und errichten es trotzdem!“

FPÖ wird gegen das  Denkmal stimmen

 

Eine Begeisterung, die nicht alle teilen: FPÖ-Gemeinderat Johann Benitschka kündigt bereits jetzt an, dass seine Fraktion diesem Denkmal nicht zustimmen werde und auch Stefan Nikl, Stellvertretender FPÖ-Bezirks-Chef in Gänserndorf spricht sich massiv gegen das aus seiner Sicht unnötige Denkmal aus: „Die Verherrlichung einer Witzfigur ist geschmacklos!“, ätzt er.

Benitschka hat allerdings einen Alternativvorschlag für die Jacko-Fans: „Die Damen sollen sich das in ihrem Garten aufstellen!“