Entscheidung verschoben: "Nicht übers Knie brechen!". „Die Konzepte waren in grundlegenden Dingen weit voneinander entfernt“, sagt Laas Finanzstadtrat Roman Frühberger (ÖVP), nachdem der Familienausschuss des Gemeinderates, der die Causa Eislaufplatz am Montag zu beraten hatte, getagt hatte: „Um hier Klarheit zu schaffen, wurde beantragt, einen gemeinsame Arbeitsgruppe mit je zwei Vertretern pro Partei und Vertretern von Vereinen und der lokalen Wirtschaft ins Leben zu rufen.“

Von Michael Pfabigan. Update am 19. September 2019 (07:39)
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Sinn sei, ein zukunftsträchtiges Projekt zu entwickeln, ohne etwas übers Knie zu brechen: „Eine Umsetzung sollte realistischer Weise erst 2020/2021 erfolgen. Das wurde im Ausschuss einstimmig so vereinbart“, sagt Frühberger. Erstmals tagen soll die Arbeitsgruppe nach den Nationalratswahlen.

Welche Vorschläge wurden eingebracht? proLAA präsentierte ihr Konzept des Eislaufens im Burghof mit einer mobilen Kunsteisbahn, die SPÖ brachte die Standorte Spielplatz Ostbahnhof und Lange Gasse Kellerhügel, die ÖVP könnte sich noch die Wiese beim Volksheim vorstellen, mit einer Kunststoffplattenbahn ein. Wir hatten berichtet:

Die FPÖ hatte im NÖN-Gespräch eine Kunsteisbahn im Zentrum oder am früheren Standort angeregt, die Ideen dürften aber nicht eingehender ausgearbeitet gewesen sein – so zumindest wurde das von Sitzungsteilnehmern moniert.

 Die ÖVP will das Konzept des Eislaufens auf Natureis auf Laaer Teichen forcieren, wobei ein Verein Träger der Projektidee sein soll.

„Ich bin grundsätzlich für jede Idee zu haben“, sagt David Reiff (SPÖ), Vorsitzender des zuständigen Ausschusses: „Enttäuscht hat mich aber die Vorgangsweise von proLAA: Im Gemeinderat war vereinbart worden, dass wir uns, bevor wir in die Öffentlichkeit gehen, uns gemeinsam die Projekte ansehen.“ proLAA-Frontfrau Isabella Zins habe aber vor der Sitzung ihr Konzept in die Öffentlichkeit geschossen und vorgegaukelt, dass es sofort umsetzbar ist. „Dabei sind wesentliche Fragen offen“, sagt Reiff. Gegen den Standort Burg spricht aus seiner Sicht nichts, er selbst hatte auch den Burgvorplatz angedacht gehabt.

„proLAA hat im Ausschuss schlussendlich eingesehen, dass ihr Konzept vor allem was die Finanzierbarkeit betrifft, für eine Schnellschuss-Aktion viel zu unausgereift ist und stimmten am Montag im Ausschuss für einen Aufschub des Projektes“, sagt Frühberger.

"Offensichtlich geht Parteiinteresse vor"

Insofern irritiert ihn dass die Bürgerliste am Dienstagmorgen via Facebook weiter ihr Konzept mit sofortiger Umsetzbarkeit bewerben. „Wie wäre es, wenn ein Wahlversprechen einmal schon vor der Wahl eingelöst würde, von allen Parteien gemeinsam“, postete die Bürgerliste am Mittwoch auf Facebook: „Offensichtlich geht Parteiinteresse vor: Das zeigen die enttäuschenden Reaktionen der anderen Parteien auf unser Konzept.“

„Der Finanzstadtrat konnte nicht einmal Zahlen zu seinen eigenen Ideen nennen. Und als Vertreter der Mehrheitspartei hat er im Auftrag der Bürgermeisterin die Bildung eines Arbeitskreises und damit die Verschiebung um mindestens ein Jahr erzwungen“, kontert proLAA auf ihrer Homepage. Man werde die eigenen Pläne weiter forcieren: „Konkret könnte die Eislaufsaison, wenn es nach proLAA geht, am 23. November starten“, sagen Zins & Co: „Neuesten Informationen zufolge wird Fr. Bürgermeisterin Ribisch an diesem Tag den Hochzeitssaal und das Excalibur-WC in der Laaer Burg eröffnen. Warum nicht auch den Eislaufplatz?“

Könnte sich Laa eine mobile Kunsteisbahn, wie sich proLAA das vorstellt, leisten? „Unsere Mitarbeiter in der Finanzabteilung sehen im Gemeindebudget keine freien Spielräume, um das Finanzierungskonzept von proLAA nur irgendwie gutheißen zu können“, sagt der Finanzstadtrat.

Die alte Eislaufbahn im Thayapark hatte in den letzten Betriebsjahren 2005 bis 2010 jährlich Einnahmen von 16.000 Euro und Ausgaben von 140.000 Euro eingespielt. Auch wenn die Betriebskonzepte nicht vergleichbar sind, bedeutet eine Kunsteisbahn hohe Ausgaben für die Gemeinde.

Wie geht es jetzt weiter? Die geschaffene Arbeitsgruppe wird die vorliegenden Ideen auf ihre Umsetzbarkeit analysieren. „Mein Ziel wäre, dass ein Projekt dann 2020 umgesetzt wird“, sagt David Reiff: „Das wird für mich auch Bedingung für eine Zusammenarbeit nach der Gemeinderatswahl sein. Wenn wir es nicht schaffen, ein derartiges Projekt gemeinsam umzusetzen, dann ist ohnehin jeder Zug abgefahren.“  Natürlich schließt er eine Zustimmung auch zu einem sinnvollen Projekt noch heuer nicht aus.

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