Schluss für Mistelbachs letzte Disco „Touch Me". Das „Touch Me“ sperrt nach 43 Jahren zu. Fans trauern um eine Mistelbacher Institution.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 27. Januar 2021 (05:12)
Das „Touch Me“ war die letzte Disko der Stadt und generationenüber- greifend beliebt. Die Eigentümer hatten schon länger einen Käufer/Mieter gesucht, jetzt wurde das Objekt verkauft.
Michael Pfabigan

„Das Traurige ist ja, dass es jetzt gar nichts mehr in Mistelbach gibt, um nach Corona fortzugehen.“ Die Bestürzung bei Fans der letzten Mistelbacher Disko „Touch Me“ ist groß: Nach 43 Jahren sperrt sie zu – auch wenn sie seit März 2020 Lockdown-bedingt ohnehin geschlossen hatte.

In den Fenstern und auf der Tür verabschiedete sich das „Touch Me“-Team (oben), Stammgäste revanchierten sich mit einem Lichtermeer vor der Eingangstür.
Michael Pfabigan, Christoph Stubenvoll

Zum Verkauf stand das Lokal schon seit Vorcoronazeiten, jetzt konnte REMAX-Immobilien-Händler Franz Hugl einen Käufer für das Objekt vis-à-vis der Post finden. Wie hoch der Kaufpreis ist, ist unbekannt, Verhandlungsbasis wären 270.000 Euro für das 413 Quadratmeter große Grundstück gewesen.

„Die Disko war die letzten 30 Jahre mein Leben, so etwas aufzugeben, ist schwer“, gesteht der „Touch Me“-Chef Friedrich Donhauser: „Ich hätte sicher noch gerne zehn Jahre weiter gemacht, aber durch das Rauchverbot mit einem Umsatzeinbruch von 50 Prozent und jetzt noch Corona glaube ich, gibt es keine Zukunft mehr für die Nachtgastronomie.“ Was wird ihm fehlen? „Die Gespräche und das gesellige Beisammensein.“

Am Wochenende verabschiedete sich das „Touch Me“-Team mit einem Aushang an Tür und Fenster: „Danke für die schönen Stunden, die wir mit euch verbringen durften!“, stand darauf. Die Fans der Institution revanchierten sich mit einem kleinen Lichtermeer vor dem Eingang.

Mit dem „Touch Me“ sperrt nicht nur die letzte Disko in Mistelbach zu, auch das Nachtleben wird ein Stück trister: Das „Touch Me“ war immer auch letzte Anlaufstation nach Veranstaltungen und Lokalrunden, dort mischten sich die Generationen, für viele Mistelbacher zählt das „Touch me“ zu den prägenden Erlebnissen ihrer Jugend.

Michael Pfabigan

Die Reaktionen auf die Ankündigung des definitiven Zusperrens in den sozialen Medien sind bedrückt: „Schade, war echt leiwand dort“, findet ein Facebook-User, „Waren schöne Nächte bei euch, auch wenn’s nur manchmal zum Tanzen war“, kommentiert es ein anderer. Und manche wollen sich ein Stück „Touch Me“ für zu Hause sichern und wollen bereits wissen, wann das Inventar über willhaben.at verkauft wird.

Was passiert mit dem Gebäude? „Es wird nicht mehr als Lokal weitergeführt“, sagt Immobilienhändler Franz Hugl, was konkret daraus wird, sei noch offen, möglich ist ein Abriss des kleinen Gebäudes und ein entsprechender Neubau.

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