Ganzer Ort wird bio. Vier Falkensteiner Bauern stellen auf nachhaltigen Ackerbau um. Damit arbeiten nun alle in der Gemeinde biologisch.

Von Benjamin Schlöglhofer. Erstellt am 04. Januar 2017 (05:00)
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Mit 2019 betreiben alle hauptberuflichen Falkensteiner Landwirte biologischen Ackerbau. Johannes Stadler ist einer von sechs Bauern, die eine Maschinengemeinschaft gebildet haben. Er zeigte der NÖN den Fuhrpark der Vereinigung.
Schlöglhofer

Spätestens seit der letzten Bundespräsidentenwahl ist bekannt, dass die kleine Marktgemeinde im Norden des Bezirks gerne eigene Wege geht. Nun folgt ein weiteres Alleinstellungsmerkmal: In Zukunft produzieren alle hauptberuflichen Falkensteiner Landwirte im Ackerbau biologisch. Die Umstellung ist voll im Gange. Mit dem Jahr 2019 ist Falkenstein offiziell bio.

"Muss nicht mehr mit giftigen Mitteln hantieren"

„Der Grundgedanke war, den Spritzmitteleinsatz zu senken“ erklärt Johannes Stadler, einer der Bauern, die gerade umstellen. „Ich muss jetzt nicht mehr mit diesen ganzen giftigen Mitteln hantieren.“

Auch die höhere Wertschöpfung ist ihm wichtig. Am Biomarkt hersche eine höhere Vielfalt und es gebe mehr Nischenprodukte. Vier Landwirte im Ort stellen gerade um. Die Betriebe Kramer, Stadler und Jauk sind in einer Maschinengemeinschaft mit drei Bauern aus Nachbarorten. Gerhard Strof aus Zlabern hat die Gruppe dazu bewegt nachhaltig zu arbeiten:

„Die Anfangszeit ist nicht einfach. Das alles ist Neuland für uns.“ Aber für ihn überwiegen die Vorteile. Auch der Bauer Andreas Pesau stellt auf biologische Landwirtschaft um. Sie alle sind gerade im ersten von zwei Umstellungsjahren. In dieser Zeit muss bereits biologisch gewirtschaftet werden. Die Produkte dürfen aber nicht als Bioware verkauft werden. Im dritten Jahr wird ihnen der Biostatus anerkannt. Die Umstellung ist abgeschlossen.

Weinbauern verzichten auf Insektizide

Zwei Familienbetriebe arbeiten schon einige Zeit nachhaltig. Roman Bayer produziert seit zehn Jahren biologisch. Er freut sich, dass die Anderen nachziehen. Immer wieder hatte er Pflanzenschutzmittelrückstände auf seinen Anbauflächen von angrenzenden Feldern der konventionell arbeitenden Bauern: „Das hat sich jetzt erledigt.“

Im Weinbau werden die meisten Winzer aber weiterhin konventionell arbeiten. Bayer: „Die Pilzkrankheiten sind schon so fast nicht in den Griff zu bekommen.“ Doch immerhin verzichten seit Kurzem alle Weinbauern im Ort auf Insektizide.