„Sister Act“ erst 2022 in Staatz. Und wieder macht Corona der Musicalproduktion einen Strich durch die Rechnung. Ersatzprogramm ist aber geplant.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 07. April 2021 (05:12)
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Die Entscheidung ist gefallen: Die Produktionen „Sister Act“ und „Musical unter Sternen“ werden heuer auf der Felsenbühne nicht gezeigt, sondern erneut verschoben auf den Sommer 2022.

„Eine große Produktion wäre unverantwortlich gewesen. Nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht, sondern auch gegenüber den Schauspielern, es könnte zu Erkrankungen im Ensemble kommen“, erklärt Intendant Werner Auer diesen schweren Schritt. „Es ist besser, jetzt die Reißleine zu ziehen, als im Juni zu erkennen, dass die Aufführungen nicht möglich sind.“

Letztes Jahr hatte das Team um Auer lange zugewartet, die Hoffnung, doch noch auftreten zu können, starb zuletzt. Heuer wollte man es nicht mehr darauf ankommen lassen: „Die kostenintensiven Posten, wie der Bühnenbau, wären jetzt angestanden“, erklärt Auer. Und auf Kompromisse, wie eine Onlineübertragung, wollte der Intendant keinesfalls ausweichen. „Die Felsenbühne Staatz, das ist das Gesamtpaket. Die Leute wollen das Stück gemeinsam erleben, zusammensitzen und gemütlich essen und trinken. Bei einer Onlineübertragung würde einfach das 4D-Erlebnis fehlen“, macht Auer bewusst – ganz zu schweigen davon, dass man auch als Schauspieler nicht gerne vor leeren Rängen auftrete.

Das Staatzer Publikum, das nun erneut ein Jahr auf die Hauptproduktionen warten muss, ist scheinbar derselben Ansicht: „Das Feedback war großartig“, ist Auer dankbar. „Die Leute haben uns versichert, dass sie uns treu bleiben, und die meisten behalten ihre Karten.“ Umso wichtiger war es dem Team, trotz aller Widrigkeiten ein Ersatzprogramm auf die Beine zu stellen; sofern es die Coronasituation zulässt, wird unter dem Titel „The Show Must Go On“ an sechs Abenden gespielt.

Dabei präsentieren die Solisten der „Sister Act“-Produktion wie Stella Jones, Andy Lee Lang, Werner Auer, André Bauer, Anna Burger, Antje Kohler und Daniela Lehner gemeinsam mit großem Orchester, großem Ensemble und in Kostüm und Maske die schönsten Musicalmomente und -melodien aus Musicalklassikern. Damit das Kulturerlebnis durch nichts getrübt wird, werden entsprechende Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen getroffen: Die Sitzplatzanzahl auf den Tribünen wird halbiert, es gibt ein erweitertes Sitzplatzangebot direkt vor der Bühne. Zwischen den Sitzgruppen werden Abstände geschaffen, ebenso wird es zusätzliche Zu- und Abgänge geben.

„Wir haben uns um ein tolles Ersatzprogramm bemüht“, hofft Auer darauf, dass im Sommer gespielt werden kann. „Die Bühne soll nicht wieder, wie im Vorjahr, in einen Dornröschenschlaf fallen. Aber noch ist nichts in trockenen Tüchern“, bedauert er die ungewisse Situation. Neben „The Show Must Go On“ soll es ein weiteres Highlight geben, quasi der krönende Abschluss der Konzertreihe: Mit „Las Vegas Legends unter Sternen“ wird dem Publikum Big Band-Sound geboten. Die Soul- und Jazzdiva Stella Jones, die beiden Vollblutentertainer Andy Lee Lang und Auer selbst sowie Tom Henkes Big Band wollen die in einen Showroom unter Sternen verwandeln.

Achtung: Die Tickets für „Sister Act“ und „Musical unter Sternen“ gelten nicht für das Ersatzprogramm. Der Ticketverkauf für die geplanten Vorstellungen beginnt am 12. April.

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