Fernkälte für das Krankenhaus. Zusätzlich zu Strom wird für das Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf künftig Wärme für die Erzeugung von Kälte verwendet. Fernkälte stellt eine umweltschonende, energieeffiziente und kostengünstige Alternative zu konventionellen Kälteerzeugung mittels Strom dar.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 09. Juli 2014 (15:49)
NOEN, Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf
Eröffnung der Fernkälte: EVN Projektleiter Robert Herrisch, EVN Vorstandssprecher Peter Layr, Leiter der Haustechnik des LK Mistelbach-Gänserndorf Herbert Schrott, Regionalmanager für das Weinviertel der NÖ Landeskliniken-Holding Jürgen Tiefenbacher, Energielandesrat Stephan Pernkopf, Vizebürgermeister Ernst Waberer, Kaufmännischer Direktor Stv. LK Mistelbach-Gänserndorf Karl Schreiber.
Bei Fernkältesystemen werden - analog zur Fernwärmeversorgung - mehrere Objekte oder große Gebäudekomplexe über ein Leitungssystem zentral mit Klimatisierung versorgt. Es gibt also eine synergetische Wechselwirkung zwischen Fernwärme und Fernkälte.

Weniger Emissionen, höhere Umweltfreundlichkeit

Energie-Landesrat Stephan Pernkopf: „Die Versorgung mit Fernkälte ist einer der vielen Aspekte die im Gesamtausbau des Landesklinikums Ökonomie und Ökologie vereinen. Am Standort Mistelbach-Gänserndorf investieren wir seitens des Landes NÖ rund 186,4 Millionen Euro in den Zu- und Umbau des Klinikums. Gerade im Hinblick auf Klima- und Umweltschutz rechnet sich daher dieses Projekt und die neue Fernkälteversorgung doppelt. Jede Zukunftsinvestition im Bauprojekt soll auch eine Investition in die Nachhaltigkeit sein.“

Sogenannte Absorptionskältemaschinen erzeugen Kälte aus Wärme. Als Antriebsenergie wird Wärme anstelle von Strom verwendet. Dadurch können Strom und Treibhausgasemissionen eingespart werden.
Entscheidend für die Umweltfreundlichkeit ist die Herkunft der Wärme, welche hier aus Biomasse stammt.

Die Nutzung der Biomasse für die Produktion von Fernkälte führt zu einem deutlich geringeren Verbrauch an fossilen Brennstoffen und damit zu wesentlich geringeren Emissionen – pro Jahr können so rund 260 Tonnen CO2 vermieden werden.

EVN-Vorstandssprecher Peter Layr: „Der wachsende Kältebedarf und die begrenzte Verfügbarkeit fossiler Energiereserven verlangen nach innovativen Lösungen. Hier bietet sich das umweltfreundliche System der Fernkälteversorgung an. Wir sind stets bemüht unsere Anlagen möglichst effizient zu nutzen und innovative Projekte voranzutreiben.“

"Versorgung aller Bereiche ist große Herausforderung"

Die technischen Arbeiten der Fernkälte-Anlage begannen im Oktober 2013 und wurden nun im Juni 2014 weitgehend abgeschlossen. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 2,9 Millionen Euro. Im Endausbau beträgt die Kälteleistung nun 4 Megawatt.

Herbert Schrott, Leiter der Haustechnik des Landesklinikums: „Die Versorgung aller Bereiche des Landesklinikums mit Wärme und Kälte ist eine große Herausforderung. Kälte wird nicht nur für den Komfortfaktor Klimaanlage, sondern auch zur Kühlung von Großgeräten, IT-Anlagen und zur Regulierung der Feuchtigkeit in sensiblen Bereichen wie Intensivstationen und OPs benötigt. Der Umstieg von der lokalen Kälteproduktion auf die Versorgung durch Fernkälte ist ein betriebswirtschaftlich und ökologisch richtungweisender Schritt – die EVN ist dabei ein verlässlicher Partner.“