Brandstifter redet nicht mit Polizei. Unter dem Verdacht der versuchten Brandstiftung ist ein Mann nach einem Feuer in einer Asylunterkunft in Mistelbach festgenommen und in der Justizanstalt Korneuburg inhaftiert worden.

Von Michael Pfabigan. Update am 20. Juni 2017 (11:31)
Michael Pfabigan
Feuer im Flüchtlingshaus in der Kreuzgasse. Ein noch unidentifizierter Mann zündete Fahrräder und eine Tür im Eingangsbereich an. Durch den Rauch mussten die Flüchtlinge in den Wohnungen darüber teilweise über den Balkon flüchten.

Noch laufen die Ermittlungen und die Fragenzeichen, die über dem Fall schweben, sind groß: Die Polizei konnte nach dem Brand im Eingangsbereich einer Flüchtlingsunterkunft in der Mistelbacher Kreuzgasse einen Mann festnehmen, der im Verdacht steht am 19. Juni, gegen 2.40 Uhr, dort Feuer gelegt zu haben ( NÖN.at berichtete ).

Wer er ist? „Wir kennen ihn nicht. Es ist keiner der bei uns registrierten Flüchtlinge“, sagt ein ermittelnder Polizist am Montagabend. Die Exekutive vermutet, dass der Verdächtige eher aus Osteuropa als aus dem Nahen Osten kommt: „Aber er redet nicht mit uns, beschimpft uns nur und ist aggressiv.“ Einen Ausweis hat er nicht bei sich.

Da der Brand in einer Flüchtlingsunterkunft stattfand, übernahm das Landeskriminalamt die Ermittlungen. Und auch das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung nahm die Ermittlungen auf. Auf einen ausländerfeindlichen Akt deuten derzeit allerdings keine der gesicherten Spuren hin.
Neben starker Verrauchung des Objektes verbrannten auch die Tür der Wohnung und zwei Fahrräder.

Drei Erwachsene, sieben Kinder verletzt

In der Flüchtlingsunterkunft in dem Haus, in dem sich früher das Kinderhilfszentrum „die möwe“ befand, wohnen zehn Personen - drei Erwachsene und sieben Kinder. Teilweise konnten sie sich durch die verrauchten Gänge selbst in Sicherheit bringen, teilweise mussten sie von der Feuerwehr Mistelbach mit Leitern vom Balkon in den Hof des Hauses gerettet werden. Zur Sicherheit wurden alle mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf gebracht. Bei einer Person bestand der Verdacht auf eine traumatische Verletzung.

In Einsatz war neben der Feuerwehr auch das Rote Kreuz mit vier Fahrzeugen und dem NEF samt Notarzt. Und obwohl die Patientenanzahl höher war als bei anderen Notfällen, klappte die Rettungskette und die Zusammenarbeit zwischen den Blaulichtorganisationen ausgezeichnet.

„Die regelmäßigen, gemeinsamen Übungen zeigen Wirkung“, ist Rotkreuz-Bezirksstellenleiter Clemens Hickl mit der Zusammenarbeit zufrieden.