Letzte Unterstützung für den SC Großengersdorf. Beim Problemfall „SC Großengersdorf“ und seinen finanziellen Problemen wurde es zwischenzeitlich emotional.

Von Gregor Kobelkoff. Erstellt am 08. Juni 2017 (04:30)
Gregor Kobelkoff
Der SC Großengersdorf veranstaltete auf seinem Sportplatz seinen traditionellen Sportlerheurigen mit Kleinfeldturnier. Trotz der momentan unklaren Situation, wie es mit dem Verein weitergeht, fanden sich zahlreiche Gäste und Mitspieler ein, die den tief im Ort verwurzelten Verein unterstützen wollten: Hubert Hauser, Konstantin Rumler, Michael Lipp, Mario Koldas, Patrick Sax, Mario Pfeiffer, Christian Pokorny, Patrick Pöschl, Patrick Brenner und Raphael Pöschl. Gregor Kobelkoff

Die Gemeinderatssitzung vom 1. Juni sah zwei Themen, bei denen heftig diskutiert wurde. In der Rochusgasse vor dem Gasthaus „Lebenszeit“ ist laut Straßenverkehrsordnung das Parken aus Platzgründen verboten.

Trotzdem stehen immer wieder Gäste dort und behindern die Durchfahrt von Erntefahrzeugen oder Feuerwehr. Die Gemeinde beschloss mittels einer Verordnung ein Parkverbot, das erlauben würde ein Parkverbotsschild aufzustellen. Dass die angrenzenden Gastronomiebetriebe davon nicht begeistert sind, liegt auf der Hand. Die Wirtschaftskammer hat auch schon ihre Bereitschaft angekündigt, gegen die Verordnung Einspruch einzulegen.

Ebenfalls emotional ging es beim Problemfall „SC Großengersdorf“ zu. Der sportlich erfolgreiche Fußballverein ist seit längerer Zeit in finanziellen Schwierigkeiten. Mittlerweile sind die Verbindlichkeiten (hauptsächlich Altlasten vom Kabinenumbau) so hoch geworden, dass der Club wieder bei der Gemeinde anklopfen musste. Der von Vielen als schon überfällig empfundene „Knall“ resultierte, und der Vorstand legte seine Ämter zurück.

Neuer Vorstand für SC gefordert

Bürgermeister Josef Staut, der im Kontakt mit dem Verein steht, beschloss, dies als Gelegenheit zu sehen, den Club wieder auf ein stabiles Fundament zu stellen. Ein wenig zähneknirschend stimmte der Gemeinderat zu, ein letztes Mal in die Tasche zu greifen und für die Begleichung der Schulden bis zu einer Höhe von 11.000 Euro zu sorgen.

Dies unter der Voraussetzung, dass es so schnell wie möglich einen neuen Vorstand gibt, der auch mehr Aktivitäten zur eigenen Finanzbeschaffung an den Tag legen sollte. „Wie soll ich das meinen Mitgliedern denn klarmachen, dass wir dauernd dafür zahlen, dass der SC nicht wirtschaften kann?“, meinte Gemeinderat Alois Brenner. Wenigstens die Kosten für den laufenden Betrieb waren auch bisher schon gedeckt.

Ruhiger ging es dann beim Thema Grundstücksankauf für das neue Siedlungsgebiet zu. Nach dreijähriger Vorarbeit haben alle Grundstückseigentümer dem Kaufvertrag zugestimmt. Die Umwidmung wird gerade vom Land geprüft und letzte Fragen bezüglich der Einflüsse von Bahn und Sportplatz werden geklärt. Bei der Kreditaufnahme für den Ankauf (circa 800.000 Euro auf fünf Jahre) werden noch weitere Angebote eingeholt.

Zu guter Letzt wird auch das Stück Schotterweg im Brunnenschutzgebiet neben der Bahn asphaltiert. Für das circa 120 Meter lange Stück sind knapp 30.000 Euro angesetzt.