Schule der Zukunft: Mehr Management statt Autonomie. Die Schulreformpläne werden in den Gymnasien skeptisch gesehen. Sinnvoller wäre mittleres Management.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 15. November 2016 (10:52)

Ist die von der Regierung in Aussicht gestellte Schulautonomie Fluch oder Segen? Darüber diskutierten in der Vorwoche, am „Tag des Gymnasiums“, Landesschulratspräsident Johann Heuras, Lehrer-Personalvertreter, Schüler und Lehrer.

Vorweg: Die von Wien angepeilten Änderungen werden mit Argusaugen beobachtet – vor allem für BORG-Direktorin Isabella Zins und Schulratspräsident Johann Heuras birgt die angestrebte Autonomie der Schulen Gefahren: „Das ist nicht nur Positives!“, warnt Zins: „Gestaltungsspielraum haben wir jetzt schon viel.“ Die Gefahr, die sie sieht, ist, dass die Schulpartnerschaft durch die neuen Befugnisse der Direktoren ausgehebelt werden kann. „Ich möchte als Direktorin nicht von oben Entscheidungen treffen, mir ist die Partnerschaft mit Eltern und Schülern wichtig!“

„Das ist so, als sagt man einem Gefesselten: Los, beweg dich!“

Johann Heuras

„Vieles, was dieses Autonomiepaket umsetzen will, ist in NÖ bereits gelebte Praxis“, unterstreicht auch Heuras: „Die Schulen würden ja noch mehr Autonomie leben, wenn das auch finanzierbar wäre.“ Das Problem sei, dass nur das umgesetzt würde, wofür auch das Geld da sei: „Das ist so, als sagt man einem Gefesselten: Los, beweg dich!“

Dringend notwendig sei die Einführung eines mittleren Managements in den Schulen: um Direktoren und Lehrer von Verwaltungsarbeit zu entlasten. Das sieht auch Personalvertreterin Catharina Blasch so: „Wir sind 46 Lehrer, eine Direktorin und rund 300 Schüler. Kein anderer ist weisungsbefugt, außer der Direktorin!“ Eine Person könne Gruppen bis maximal zwölf Personen im Auge behalten. So wie Schulen jetzt strukturell organisiert sind, sei das nicht mehr zu managen.