Aus für das Chlor im Trinkwasser. Trinkwasser-Behandlung wird auf ein Minimum reduziert, SPÖ gegen die Erhöhung der Kanalgebühren .

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 21. Dezember 2017 (04:30)
APA (dpa)

Gegen die Stimmen der Sozialdemokraten wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung die Erhöhung der Abwassergebühren ab 1. Jänner beschlossen.

SPÖ: „Exorbitanten Erhöhung“

Die SPÖ spricht von einer „exorbitanten Erhöhung“ der Abwassergebühren von bis zu 25 Prozent. Bei der ÖVP sieht man eine längst überfällige Anpassung der Gebühren. „Wir haben 2007 oder 2008 das letzte Mal die Kanalgebühren angehoben“, sagte Bürgermeister Richard Schober (ÖVP). Die Gemeinde sei angehalten, den Kanal kostendeckend zu führen.

Nach den jüngsten Investitionen sei eine Anhebung unumgänglich. „Vermutlich wäre es gescheiter, wenn kleinere Gebührenanpassungen alle vier Jahre gemacht würden“, glaubt Schober an weniger Aufregung, wenn die Kosten laufend angepasst würden.

Um 25 Prozent werden die Gebühren in Martinsdorf angehoben: Die Einmündungsabgabe bei Neuerrichtung von acht auf zehn Euro bzw. die Kanalbenützungsgebühr für Mischwasser von 1,60 auf zwei Euro. Die restlichen Kanalbenützungsgebühren werden um 40 Cent bzw. 16 Prozent angehoben.

"Seit dem Sommer kein Trinkwasser"

„Seit dem Sommer verfügt die Gemeinde über kein Trinkwasser“, kritisierte SPÖ-Gemeindeparteichef Hubert Kuzdas weiter: Zuerst war ein Keim im Trinkwasser, seither sei es wegen des penetranten Chlorgeruches und -geschmackes nur bedingt zu gebrauchen. Auch hier befürchtet Kuzdas eine baldige Gebührenerhöhung.

„Irgendwann wird das kommen müssen“, bestätigt der Bürgermeister. Zumal ja im kommenden Jahr mit dem Bau der Trinkwasser-Ringleitung samt Hochbehälter und Wasserbearbeitungsanlage begonnen wird.

Dafür ist das Wasser keimtechnisch aber jetzt so weit in Ordnung, dass die Chlorierungsmaßnahmen auf ein Mindestmaß reduziert werden können: „Wir fahren das Chlor jetzt auf 0,1 Milligramm zurück und klären ab, ob wir es auch ganz weglassen können“, so Schober.