Projekte 2018: Brunnen, Straßen & Kindergärten. Gemeinde braucht dank des regen Zuzugs immense Investitionen in die Infrastruktur.

Von Johann Hochleithner. Erstellt am 03. Februar 2018 (05:00)
Johann Hochleithner
Gaweinstal ist, dank des regen Zuzuges, mittlerweile nach den vier Städten die fünftgrößte Gemeinde des Bezirks. Das stellt die Marktgemeinde vorgroße infrastrukturelle Herausforderungen, weiß Bürgermeister Richard Schober.

„Nachdem der Umbau der B 7 mit Kanal und Wasser jetzt endgültig abgeschlossen ist, ist das wichtigste Vorhaben der Gemeinde der Ausbau der Kinderbetreuung.“ Bürgermeister Richard Schober (ÖVP) wirkt erleichtert, dass der große Brocken abgehakt ist.

„Durch den intensiven Wohnbau sind viele junge Familien in die Gemeinde gezogen, was ja grundsätzlich sehr zu begrüßen ist.“ Der Kindergarten platzt aber bald wieder aus allen Nähten. Im Moment findet man mit der provisorischen Gruppe im alten Gemeindeamt noch das Auslangen, aber das wird in den nächsten Jahren zu wenig sein. Deshalb wird in Schrick ein zweigruppiger Kindergarten entstehen. Gleich neben mehr als 20 Reihenhäusern und acht Starterwohnungen, die ab heuer gebaut werden.

Grundwasserproblem bei Projekt gelöst

Auch das betreute Wohnen soll heuer fertig werden. Nachdem die Probleme mit dem Grundwasser mit einer wasserdichten Platte gelöst sind, soll es mit den zwölf betreuten und acht bis zehn „normalen“ Wohneinheiten jetzt zügig vorangehen. Weitere Wohnungen sind dann nicht mehr im Plan. „Gaweinstal ist nach den vier Städten im Bezirk inzwischen zur größten Gemeinde gewachsen. Das ist schön, aber auch eine große Herausforderung für die Infrastruktur“, merkt Richard Schober an.

Was schon begonnen und bis Herbst fertiggestellt werden wird, ist die Ringleitung, die die drei Trinkwasserbrunnen in Gaweinstal mit dem Brunnen in Bad Pirawarth zusammenschließen wird, mit einem Hochbehälter am Schricker Berg. „Dort kann das Wasser im Bedarfsfall leichter behandelt und auch mit einer UV-Anlage ausgerüstet werden, dadurch würde man sich die Chlorierung ersparen“, ist der Bürgermeister noch etwas genervt vom großen Wirbel um die Keimbelastung des Trinkwassers im Sommer 2017.

„Leider sind bisher alle meine Interventionen fehlgeschlagen!“Richard Schober (ÖVP), Bürgermeister von Gaweinstal, ist bemüht, wieder einen Arzt nach Schrick zu bekommen.

Im Bereich Straßenbau steht unter anderem die Entschärfung der Engstelle im Kreuzungsbereich Höbersbrunn auf dem Plan. „Die Gemeinde konnte bereits das dort stehende Haus ankaufen“, freut sich der Bürgermeister. In Schrick wird gemeinsam mit dem Dorferneuerungsverein die Kirchenstiege neu gestaltet.

Die wasserrechtlichen Bewilligungen für den Bau des Hochwasserschutzes in Atzelsdorf und Höbersbrunn sind im Laufen. Land und Bund fördern insgesamt vier bis fünf Becken. Da die Äcker noch nicht kommassiert wurden, gestaltet sich in Höbersbrunn die Grundablöse von mehreren Besitzern etwas schwierig. In Atzelsdorf muss außerdem die Kirche saniert werden, da die Mauern feucht sind. Also Trockenlegen, Verputzen und Ausmalen – ein längerfristiges Projekt.

Was Schober noch wichtig ist, ist ein Umbau des Zugangs zur Postpartnerstelle im Gaweinstaler Gemeindeamt. Er soll gleich im Frühjahr barrierefrei gemacht werden.

Nachfolger für Nahversorger gefunden

Für den Nahversorger in Schrick, der mit 30. November geschlossen wurde, habe sich mit Sandra Höfling eine Nachfolgerin gefunden, ist Schober erfreut. Die Gemeinde wird sich um die Renovierung des Gebäudes kümmern, die Innengestaltung haben die neue Betreiberin und die Firma Kienast übernommen. Eröffnet werden soll am 16. Februar.

Ein Anliegen des Gaweinstaler Bürgermeisters ist es, nach dem Rückzug von Susanne Oppolzer, wieder einen Arzt in das alte Schulgebäude in Schrick zu bekommen. Sein großes Ziel wäre eine Kassenstelle für die bereits bestehende Ordination, aber „leider sind bisher alle meine Interventionen fehlgeschlagen.“ Nun hofft er auf die Landarztinitiative des Landes.