Eltern klagen: „Bus-Kinder in Panik“

Schwere Vorwürfe erhebt eine Mutter aus Schrick gegen Bus-Betreiber Gschwindl. Das Unternehmen dementiert.

Erstellt am 28. Oktober 2021 | 05:41
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Ärger bei Schricker Eltern über den Schulbus: Die Busse seien unpünktlich, die Fahrer unfreundlich und manchmal würden sie sich nicht an die vorgegebene Linienführung halten. Die Verkehrsbetriebe Gschwindl dementieren die Vorwürfe vehement.
Foto: Michael Pfabigan

„Nach Rückmeldungen der Lehrerinnen sind vor allem die Kinder der ersten Klassen völlig fertig“, beschreibt eine Schricker Mutter: Im Unterricht könnten sie sich gar nicht aufs Lernen konzentrieren, weil ihnen die Busfahrt zur Schule so zu schaffen mache, klagt die Frau.

Die vom Großebersdorfer Busunternehmen Gschwindl betriebenen Busse würden manchmal vergessen, Martinsdorf anzufahren, die Kinder bei den Haltestellen zu spät abholen, manchmal bleibe auch der falsche Bus stehen und dann sei kaum Platz für die Kleinen.

Und manchmal ließen sie die Kinder an der falschen Haltestelle aussteigen, weil sie den Ort Schrick von der falschen Seite anfahren würden. Manchmal führen die Busse auch nicht über die Bundesstraße, sondern über die Autobahn Richtung Gaweinstal berichtet die Mutter – die entsprechenden Fahrdaten entnimmt sie einer TrackingApp am Handy ihres Kindes.

Unsere Busfahrer waren völlig überrascht und entsetzt über die Vorwürfe, sie würden Kinder unter Druck setzen, dass diese in Panik geraten!“
Barbara Haindl Geschäftsführerin Gschwindl Verkehrsbetriebe

Stimmt alles nicht, sagt Barbara Haindl, Geschäftsführerin bei den Verkehrsbetrieben Gschwindl: „Solche Vorfälle sind uns aus den letzten Wochen nicht bekannt.“ Sie könne belegen, dass der Betrieb reibungslos funktioniert habe: „Wir haben dazu noch einmal im Detail die RBL-Daten der Busse und die Fahrtenschreiber kontrolliert“, sagt Haindl. Dabei habe sich gezeigt, dass, bis auf zwei Mal, alle Haltestellen innerhalb der erlaubten Toleranz angefahren worden seien. Dass Busse nie über die Autobahn gefahren seien, würden die Autobahn-Mautabrechnungen zeigen, hält Haindl fest.

Noch eines stört die Schricker Mutter: „Die Fahrer schnauzen die Kinder an, einige verbieten den Kindern gänzlich das Reden während der Busfahrt“, berichtet die Schrickerin. Manche Fahrer würden die Kinder derart barsch zum rascheren Einsteigen auffordern, dass diese sogar in Panik gerieten. „Ich hab bei den Verkehrsbetrieben Gschwindl angerufen, aber es bringt nichts“, seufzt sie.

Gschwindl: Fahrer wissen von Vorwürfen nichts

„Wir legen höchsten Wert auf das Verhalten unserer Fahrer und diese werden auch entsprechend geschult und laufend kontrolliert“, sagt die Gschwindl-Geschäftsführerin. Man habe die Fahrer zu den Anschuldigungen befragt und „die waren völlig überrascht und entsetzt über die Vorwürfe, sie würden Kinder unter Druck setzen, dass diese in Panik geraten.“

Von derartigen Vorwürfen würde sie erst durch die NÖN-Anfrage erfahren. Seit den Fehlern von Busfahrern auf der Pellendorfer Linie seien keine Unregelmäßigkeiten verzeichnet worden.

Und vielleicht stecken auch persönliche Gründe hinter manchen Beschwerden: Telefonisch habe sich eine Mutter über Probleme mit Busfahrern beschwert und angedeutet, dass es die mit einem namentlich genannten Postbus-Fahrer früher nicht gegeben habe, berichtet Haindl. Der war im Auswahlverfahren der Gschwindl-Verkehrsbetriebe aber nicht genommen worden.