Jimmy Schlager unterstützt die Windpark-Gegner. Musiker Jimmy Schlager setzt sich für einen windradfreien Buschberg ein.

Von Josef Christelli. Erstellt am 06. Juli 2017 (05:00)
Josef Christelli
Chris Heller, Franz Schuster, Ferdinand Weinschenk, Jimmy Schlager, Vera Penisch, Gerhard Loidolt, Bettina Kandler.

Die „Windradgegner“ waren am Buschberg aktiv: Ferdinand Weinschenk, Franz Hartmann und Gerhard Loidolt holten sogar den prominenten Weinviertler Musiker Jimmy Schlager und den früheren Naturparkführer Chris Heller für eine Veranstaltung ins Boot.

Bei einer unterhaltsamen Mittagsmatinee in der Buschberghütte spielte Jimmy Schlager sein neues Lied mit dem Passus: „Überall steht der blinkende Dreck umanaund, nur am Buschberg ned, nur am Buschberg ned“, der Refrain wurde von den Windradgegnern begeistert mitgesungen.

Als Vertreter des Alpenvereines meldete sich Hans Steininger zu Wort und bekräftigte, dass der Alpenverein nicht grundsätzlich gegen die Windkraft ist, sondern nur in unberührten Gebieten wie es die Region Gnadendorf-Stronsdorf ist. Der Alpenverein hat Schreiben an die Naturschutzabteilung des Landes NÖ und die Bürgermeister von Gnadendorf und Stronsdorf gerichtet:

„Bis heute habe ich keine Rückmeldung oder Reaktion bekommen.“ Das Land behauptete, den Brief nicht bekommen zu haben, Bürgermeister Manfred Schulz hatte den Brief nicht beantwortet, weil er das Schreiben als Stellungnahme des österreichischen Alpenvereines sah und nicht als Anfrage. Außerdem wartet er auf den Entscheid des Verwaltungsgerichtshofes: „Wenn ein Entscheid gefallen ist, dann kann ich handeln. Ich kann doch nicht einem Gerichtsverfahren vorgreifen“, bleibt Schulz in Wartestellung.

„Windkraftanlagen zerstören nicht nur das Landschaftsbild, sondern wirken sich negativ auf Bewohner und Tiere aus!“Elisabeth Schiller, ehemalige Geschäftsführerin der Region Leiserberge

Die Windkraftgegner des Windparks am Fuße des Buschberges werden anscheinend immer mehr. Die Buschberghütte war gerammelt voll und natürlich hat der Auftritt von Jimmy Schlager auch gewirkt: „Wir sind nicht gegen die Windkraft nur gegen den Standort. Der Buschberg und die Region rundherum dürfen nicht verbaut werden“, so Franz Schuster.

In dieselbe Kerbe schlägt auch Elisabeth Schiller von der Weinviertel Tourismus GmbH: „Ich befürworte eine Errichtung einer Windkraftanlage weder im Naturpark Leiserberge noch in unmittelbarer Nähe.“ Der Naturpark sei der einzige im Weinviertel und für die Bevölkerung ein wichtiges Naherholungsgebiet, unabhängig von Touristen, die diese Region schätzen.

„Weithin sichtbar sind seit Errichtung der Radarstationen diese die landschaftsprägende „Landmark“, die diese Region unverwechselbar machen. Windkraftanlagen zerstören nicht nur das Landschaftsbild, sondern wirken sich negativ auf Bewohner und Tiere aus“, so Schiller, die als Ex-Geschäftsführerin des Regionalentwicklungsvereines Leiserberge viel für die Region erreicht hat.

Für Gerhard Loidolt ist das Nichterscheinen von eingeladenen Lokalpolitikern ein Zeichen: Bürgermeister Schulz hatte sich wegen eines vollen Terminkalenders entschuldigt, „Hier hätte er aber dabei sein sollen“, so einer der Köpfe der BI zur NÖN. „Die Regionalpolitiker wollen oder dürfen keinen Kommentar abgeben und sind nicht bereit, sich einer fairen Diskussion zu stellen“, so Loidolt weiter.

Film zeigt Weinviertel im Wandel

Im Herbst plant die BI im MAMUZ Mistelbach ein Filmprojekt mit dem Titel „Das Weinviertel im Wandel der Zeit von 1992 - 2017“. „Hier wird kritisch aufgezeigt, wie schön unser Land einmal war und wie es sich - besonders durch Windparks - landschaftlich verändert hat“, so der Sprecher der Bürgerinitiative.

Dieser Film, den Josef Regner und Franz Schuster gedreht haben, soll in mehreren Orten des nordöstlichen Weinviertels an geeigneten Plätzen der Öffentlichkeit gezeigt werden: „Um damit Bewusstseinsbildung für die Schönheit unserer Heimat zu betreiben und dafür zu werben sie nicht gänzlich zu einer Industrieregion verkommen zu lassen“, so Loidolt.