Amazon-Packerl kommen bald aus dem Weinviertel. Internetriese Amazon wird eigenes Lieferlager am Knoten Eibesbrunn errichten.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 04. Oktober 2018 (04:00)
Michael Pfabigan
Hier in Großebersdorf will Amazon ein eigenes Auslieferlager errichten. Noch sind die gewerberechtlichen Verfahren im Laufen, angeblich will der Internetriese mit der eigenen Auslieferung von Bestellungen aber so bald als möglich starten.

Amazon-Packerl werden künftig auch aus Großebersdorf kommen: Der Internet-Versandriese mietete sich in die Halle E im Wien Nord Logistikzentrum, direkt am Knoten Eibesbrunn ein und will hier so rasch wie möglich ein eigenes Verteilzentrum aufbauen, von dem aus das Unternehmen dann die Pakete von Partnertransporteuren an die Kunden liefern will.

Wann definitiv Start sein wird, ist noch offen. Großebersdorfs Bürgermeister Georg Hoffinger weiß von einigen offenen gewerberechtlichen Verfahren, die bei der Bezirkshauptmannschaft Mistelbach noch anhängig sind. Unter anderem wird noch ein Verkehrskonzept für die Anlage erstellt.

„Ich glaube, dass das der ideale Ort für Logistik-Betriebe ist!“Kurt Hackl, Wirtschaftskammer-Vizepräsident

Offen ist auch, welche Dimensionen dieses erste Amazon-Verteilzentrum in Österreich haben wird. Ausgeschrieben für den Standort Großebersdorf sind auf der Amazon-Homepage jedenfalls ein Standort-, ein Bereichs- und mehrere Teamleiter. Alles „mit einer Arbeitsumgebung, in der du die Möglichkeit hast, Neues aufzubauen“, wie es auf der Homepage heißt.

Die genauen Pläne von Amazon kennt auch der Bürgermeister nicht: „Wir sind hier nur Zuschauer, haben nicht einmal Parteienstellung“, sagt er im NÖN-Interview. Denn die bereits bestehende Halle des Wien Nord Logistikzentrums, das insgesamt sechs derartige Hallen für Logistikunternehmen rund um den Knoten Eibesbrunn betreibt, ist die Kara Handels GmbH von Horst und Harald Jeschek. Eine entsprechende NÖN-Anfrage will die Kara Handels GmbH mit dem Internetriesen abstimmen.

Amazon ist nicht das erste Unternehmen, das sich in Großebersdorf mit einem Logistikcenter ansiedelt: In der gleichen Halle wie das US-Unternehmen findet sich auch Next Pharma, die ihr Geld mit dem Vertrieb von Pharmazieprodukten machen. Gleich nebenan baut Lidl sein Vertriebszentrum für den Osten Österreichs. Und auf der anderen Seite der Autobahn, auf Hagenbrunner Gebiet bauen gerade DHL und die Post jeweils - und genau nebeneinander - eigene Paketzentren. Beide sind auch enge Partner von Amazon, wenn es um die Zustellung der Bestellungen geht.

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„Für mich war immer klar, dass wir im Industriepark Großebersdorf nicht die großen Firmen mit vielen Arbeitsplätzen herbekommen werden. Dazu fehlt uns die Anbindung an den öffentlichen Verkehr“, sagt Hoffinger: „Dass wir mit unserer Lage eher bei Logistikfirmen punkten können, haben wir schon bald bemerkt.“

„Ich glaube, dass das der ideale Ort für Logistik-Betriebe ist“, sagt auch Wirtschaftskammer-Vizepräsident und Landtagsabgeordneter Kurt Hackl: „Direkt am Autobahnknoten hat man kurze Wege auf die hochrangigen Verkehrswege und gleichzeitig so wenig Auswirkungen auf die Lebensqualität der Menschen in der Region.“ Und: „Es ist kein Wunder, dass die meisten Logistiker versuchen, sich dort einen Platz zu sichern.“

Amazon selbst will die Gerüchte um den Standort Großebersdorf vorerst noch nicht kommentieren: „Wenn wir so weit sind, werden wir gerne alle Fragen beantworten“, heißt es auf NÖN-Anfrage. Davor wolle man aber den Ausgang aller Verfahren abwarten.