Hoffinger geht – neues Team für die ÖVP. In der gestrigen Parteivorstandssitzung der Volkspartei Großebersdorf wurde der Unternehmer Herbert Gschwindl einstimmig als neuer Bürgermeister designiert. Georg Hoffinger nimmt nach schweren Anschuldigungen und Wahlverlusten den Hut.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 07. Februar 2020 (11:18)
Neustart für die ÖVP Großebersdorf: Kurt Hackl, der ehemalige Bürgermeister Georg Hoffinger, der designierte neue Ortschef Herbert Gschwindl und Vizebürgermeister Friedrich Haindl. Foto: ÖVP
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Gschwindl wird von der Volkspartei in der konstituierenden Sitzung des Gemeinderates am 4. März zur Wahl als Bürgermeister vorgeschlagen. Vizebürgermeister soll Friedrich Haindl bleiben.  

„Für mich ist klar, dass die Arbeit in der Gemeinde so schnell wie möglich weitergehen muss. Daher habe ich auch zugesagt,  die Verantwortung in der Gemeinde zu übernehmen und so für einen reibungslosen Fortgang der Amtsgeschäfte zu sorgen", so Gschwindl. Er will einen Erneuerungsprozess in der Partei einleiten, "um das verlorene Vertrauen bei den Bürgerinnen und Bürgern künftig wieder zurückgewinnen zu können.“ 

Georg Hoffinger steht nach sieben Jahren für das Bürgermeisteramt nicht mehr zur Verfügung. Im Vorfeld der Wahl erhob die Rechercheplattform Addendum schwere Vorwürfe gegen den scheidenden Bürgermeister: Hoffinger und sein Vorgänger, Altbürgermeister Josef Krist, hätten Grundstücke als landwirtschaftliche Flächen als Privatpersonen gekauft, diese dann als Gemeindefunktionäre in Bauland umgewidmet und dann mit großem Gewinn weiterverkauft. Hoffinger bestritt gegenüber der NÖN die Vorwürfe: „Das ist eine Schmutzkübelkampagne gegen mich.“ Bei den Gemeinderatswahlen verlor die ÖVP fünf Mandate. 

Nun zieht er sich aus der Politik zurück. Er betont: „Als Spitzenkandidat der Volkspartei in Großebersdorf übernehme ich selbstverständlich die Verantwortung für die empfindlichen Verluste bei der Gemeinderatswahl am 26. Jänner und ziehe mich aus allen politischen Ämtern zurück. Wichtig war mir aber, dass ich vor Ziehung dieser persönlichen Konsequenzen aus dem Wahlergebnis sowohl in der Gemeinde, als auch in der Partei für eine geordnete Übergabe sorgen konnte."