Lautstarker Abgang bei Gemeinderatssitzung

Großebersdorf: Bürgermeister Gschwindl (ÖVP) beschränkte Zuhörerzahl massiv, Grüne verließen nach Wortgefechten die Sitzung.

Erstellt am 20. November 2021 | 04:22
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Dieter Sutoris (Mitte) wurde neuer geschäftsführender Gemeinderat, Gabor Götz (r.) neuer Gemeinderat. Bürgermeister Gschwindl gratulierte.
Foto: Michael Pfabigan

Ein ÖVP-Bürgermeister, der dem Bezirkssprecher der Grünen lautstark mit der Polizei und juristischen Klagen droht; Grünen-Gemeinderäte, die wutentbrannt die Sitzung verlassen und Zuhörer, die Corona-bedingt aus dem Sitzungssaal verwiesen werden: Emotionaler hätte die jüngste Gemeinderatssitzung im Kulturhaus Eibesbrunn nicht beginnen können.

Doch der Reihe nach: Da mehrere Gemeinderäte nicht geimpft sind, begrenzte Bürgermeister Herbert Gschwindl (ÖVP) die Zahl der Personen im Saal auf 25: Gemeinderäte waren 21 da, zwei Gemeindemitarbeiter und zwei Zuhörer durften bleiben. Er berief sich dabei auf die Hausordnung – nach Ansicht des Gemeindebundes eine durchaus legale Vorgangsweise, die Corona-Verordnungen hätten dies nicht gedeckt.

Grünen-Bezirkssprecher Christian Schrefel filmte als Zuhörer die Begründung des Bürgermeisters mit dem Handy, woraufhin dieser lautstark mit Klagen bzw. mit Herbeirufen der Polizei drohte, sollte er die Aufnahme nicht löschen: „Sie müssen alle Gemeinderäte fragen, wenn Sie sie filmen wollen“, begründete Gschwindl.

Die Grünen-Gemeinderäte konterten: „Da darf man nicht in die Politik gehen, wenn man das nicht will“, deklamierte Robert Jandl lautstark. Aus Protest verließen die Grünen-Gemeinderäte die Sitzung. „Endlich wird’s eine schöne Gemeinderatssitzung“, gab ihnen Gschwindl mit auf den Weg.

„Das war schlimmer als zu Anni Steindls Zeiten“, zog Schrefel Parallelen zur Wolkersdorfer Stadtpolitik unter der früheren Bürgermeisterin.