Ortschef Georg Hoffinger nimmt den Hut. Rücktritt Bürgermeister Georg Hoffinger tritt nicht mehr für Amt an. Herbert Gschwindl als Nachfolger designiert.

Von Roxanna Schmit. Erstellt am 12. Februar 2020 (06:09)
Ein neues Team für ÖVP Großebersdorf: Landtagsabgeordneter Kurt Hackl, Bürgermeister Georg Hoffinger, designierter Bürgermeister Herbert Gschwindl und Vizebürgermeister Friedrich Haindl.
zVg

Nach sieben Jahren im Amt tritt Georg Hoffinger (ÖVP) bei der konstituierenden Sitzung am 4. März nicht mehr für das Amt des Bürgermeisters an. Als Nachfolger designierte die Volkspartei als stärkste Partei im Gemeinderat Herbert Gschwindl. Friedrich Haindl soll als Vizebürgermeister weiterhin im Amt bleiben.

„Für mich ist klar, dass die Arbeit in der Gemeinde so schnell wie möglich weitergehen muss. Daher habe ich zugesagt, die Verantwortung in der Gemeinde zu übernehmen und so für einen reibungslosen Fortgang der Amtsgeschäfte zu sorgen“, sagt Gschwindl. Sein Ziel ist, als Team in der Partei einen Erneuerungsprozess einzuleiten, um das „verlorene Vertrauen“ der Bevölkerung wieder zurückzugewinnen.

Bei der Gemeinderatswahl musste die Volkspartei schwere Verluste einstecken. Sie sackte von 71,9 Prozent auf 48,3 Prozent ab und verlor fünf Mandate, die Absolute konnten sie knapp halten. Grund für die erdrutschartigen Verluste: eine Woche vor der Wahl aufgepoppte Vorwürfe der Rechercheplattform Addendum gegen Hoffinger um fragwürdige Grundstücksgeschäfte am Ortsrand. Für Hoffinger war es „eine Schmutzkübelkampagne“ gegen ihn.

Laut Addendum haben Hoffinger und Altbürgermeister Josef Krist, sich als Privatpersonen, Grundstücke als Landwirtschaftsflächen gekauft, diese als Gemeindefunktionäre in Bauland umwidmen lassen, um es mit erheblichem Gewinn, rund 2,6 Million Euro werden kolportiert, weiterverkaufen zu können. Hoffinger streitet diese Vorwürfe ab. Es gäbe bei den Vorwürfen Unstimmigkeiten und Widersprüche.

"Einzig richtige Entscheidung"

Die Meinungen der Opposition sind klar: „Es hat so kommen müssen, dass der Alt-Bürgermeister alles niederlegt. Die Vorfälle, die in Großebersdorf passiert sind, sind nicht normal und ich hoffe, dass mit dem neuen Bürgermeister diese Sachen ausgeräumt werden,“ meint FPÖ-Spitzenkandidat Johann Loicht.

Dem stimmen auch die Grünen zu: „Ich denke, das war das einzig Richtige, was man hätte tun können. Es wäre anders nicht vertretbar gewesen“ , sagt Grüne-Chefin Anna Krammel.

Wie wird die künftige Zusammenarbeit im Gemeinderat sein? „Es ist noch alles offen. Man muss abwarten, wie sich wir Oppositionsparteien einigen. Es kann sich noch alles verändern“, meint SPÖ-Spitzenkandidat Herbert Ott. „Wir hoffen natürlich auf eine gute Zusammenarbeit und dass der kommende Bürgermeister auch offen für Neues sein wird,“ sagt Anna Krammel.

Georg Hoffinger zieht sich aus allen politischen Ämtern zurück: „Aufgrund des Wahlergebnisses“, betont er: „Als Spitzenkandidat der Volkspartei übernehme ich selbstverständlich die Verantwortung und trage dafür die Rechnung.“ Wichtig sei ihm aber, dass er vor dem Ziehen dieser persönlichen Konsequenzen aus dem Wahlergebnis sowohl in der Gemeinde, als auch in der Partei für eine geordnete Übergabe sorgen konnte.