Rot-blau-grüne Allianz zur Bahn-Rettung. Vertreter von SPÖ, FPÖ und Grünen sind der Einladung der Nationalratsabgeordneten Melanie Erasim (Bezirk Mistelbach) und der Landtagspräsidentin Karin Renner (Bezirk Gänserndorf) gefolgt, zur Rettung der Bahnlinie R 18 Großschweinbarther Kreuz eine überparteiliche Plattform zu gründen. Nur die ÖVP-Bürgermeister aus den Gemeinden entlang der Strecke haben geschlossen gefehlt.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 24. Mai 2019 (11:33)
SPÖ/Ewald Schingerling
Die Gründer der Plattform «Weinviertel auf Schiene»: Adolf Wimmer (Gewerkschaft vida), Roman Stamhammer (SPÖ Großengersdorf), Sylvia Reischel (FPÖ Bezirk Gänserndorf), Gerhard Umscheider (vida), Dieter Dorner (FPÖ Bezirk Gänserndorf), Beate Kainz (Die Grünen Bezirk Gänserndorf), Erich Trenker (SPÖ Pillichsdorf), Melanie Erasim (SPÖ Bezirk Mistelbach), Thomas Falch (Die Grünen Bezirk Mistelbach) sowie Johann Iser (SPÖ Großschweinbarth) und Johann Keminger (SPÖ Weinviertel).

"So sieht also das Miteinander der niederösterreichischen VP wirklich aus", kritisierten die Anwesenden. Gleichzeitig haben alle Teilnehmer die ÖVP-Mandatare eingeladen, sich doch noch der Initiative anzuschließen, da es den Bürgermeistern ja nicht egal sein kann, was aus der Bahnstrecke wird und welche Anliegen die PendlerInnen haben.

Übrigens: Es waren auch alle Landtagsabgeordneten, Bundesräte und Nationalräte der beiden Bezirke eingeladen, um dieses regionalpolitisch wichtige Thema überparteilich zu fördern. Bei der Besprechung in Pillichsdorf wurde am 22. Mai die Plattform «Weinviertel auf Schiene» gegründet, die nicht nur einen Erhalt der Regionalbahn fordert, sondern sogar eine Attraktivierung in Form eines massiven Ausbaus vorsieht. Ziel soll es sein, die R 18 über eine Spange direkt an die Wiener U-Bahn in Leopoldau anzuschließen und auch wieder mehr Weinviertler Gemeinden (Zistersdorf, Gaweinstal usw.) in das Streckennetz aufzunehmen.

Geklärt werden muss auch die künftige Rolle der erst vor wenigen Jahren neu errichteten Haltestelle Obersdorf. Schon bisher haben die Gewerkschaft vida und andere Initiativen weit über 3.000 Unterschriften für den Erhalt und den Ausbau des Großschweinbarther Kreuzes gesammelt. Diese sollen letztlich an den NÖ Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko übergeben werden. Denn es liegt am Land NÖ, den Bahnbetrieb bei den ÖBB zu bestellen und so die Erhaltung zu ermöglichen bzw. die nötigen Investitionen für einen Ausbau der Strecke in die Wege zu leiten.

Geklärt werden muss auch die Frage des Güterverkehrs, da die OMV offenbar nur noch einen Vertrag für eine kurze Strecke in Gänserndorf haben, am Rest der Strecke aber vorerst kein Interesse mehr zeigen. Wenn dann ab Dezember 2019 auch noch der Personenverkehr eingestellt werden soll, wäre die Regionalbahn rascher Geschichte, als es den
PendlerInnen lieb sein kann.

Die Zeit eilt also - daher will die neu gegründete Plattform «Weinviertel auf Schiene» als nächsten Schritt die MandatarInnen aller in den Gemeinden entlang der Strecke vertretenen Parteien einladen, der überparteilichen Plattform beizutreten und gemeinsam um die Rettung der Regionalbahn Großschweinbarther Kreuz zu kämpfen.