Anrainerin mag die Streunerkatzen nicht. Pfötchenhilfe füttert seit Jahren Katzen in Hautzendorf. Jetzt will Hausbesitzerin die Tiere weg haben und stellt Lebendfalle auf.

Von Roxanna Schmit. Erstellt am 18. Oktober 2020 (04:57)
Streunerkater Gismo ist eines der Tiere, die bei der Futterhütte in Hautzendorf mit Essen versorgt werden. Jetzt wurde die Hütte 50 Meter auf dieandere Straßenseite verlegt.
Pfötchenhilfe

„Ungeheuerlich gemein. Bitte lasst eure Freigangkatzen nicht mehr hinaus!“, warnt Pfötchenhilfe-Obfrau Renate Wimmer auf Facebook.

Seit mehreren Jahren kümmern sich Freiwillige des Vereins um die Streuner und die Katzen-Futterhütte in Hautzendorf, welche die damalige Bewohnerin an der Grundstücksgrenze zurückgelassen hatte. Und das funktionierte auch gut, sagt Wimmer.

Woher kommen die Katzen? Es handelt sich um Streunerkatzen, die schon von der Vorbesitzerin des Hauses gefüttert wurden. Die Pfötchenhilfe übernahm diese Aufgabe.

Futterhütte soll verschoben werden

Jetzt hat das Haus neue Besitzer - und es kam zum Konflikt: Die neue Anrainerfamilie, deren Grundstück direkt an jene Futterstelle grenzt, soll bei der Gemeinde ersucht haben, die Hütte zu beseitigen, da die Katzen ihren Garten verunreinigen würden.

Die Gemeinde schlug vor, die Futterhütte um 50 Meter zu verschieben, wogegen die Pfötchenhilfe protestiert: „Die Katzen werden über die Straße gejagt und natürlich besteht da die Gefahr, dass sie sich verlaufen oder überfahren werden,“ schüttelt Wimmer den Kopf: Der Umzug garantiere nicht, dass Katzen dem Garten fernbleiben. „Sie können nicht erwarten, dass ganz Hautzendorf auf seine Katzen verzichtet,“ meint Wimmer. Dennoch einigte man sich darauf, dies 14 Tage lang auszuprobieren. „Die Familie hat erklärt, dass ihr Grundstück mit Katzenkot verschmutzt ist und deswegen musste etwas getan werden. Ich verstehe das,“ kommentiert Bürgermeister Markus Koller.

Klärendes Gespräch platzte

Ein klärendes Gespräch zwischen Verein und Anrainerfamilie platzte, nachdem Wimmer eine Lebend-Falle im Garten entdeckt hatte: „Die Hausbesitzerin meinte, dass sie die Katzen mitnehmen und einschläfern lassen will!“, sagt Tierschützerin Renate Wimmer. Eine solche Vorgangsweise sei Tierärzten bei gesunden Tieren nicht erlaubt.

„Dennoch können wir nicht einfach nur zuschauen und abwarten,“ betont Wimmer. Die Vereinsmitglieder sahen keinen anderen Ausweg als die Situation auf Facebook öffentlich zu machen, da mittlerweile auch eine Hautzendorfer Hauskatze verschwunden ist.

„Gegenseitige Provokationen verbessern die Situation nicht und führen auch zu keiner Lösung,“ meint Koller. Er möchte die 14 Tage abwarten und sehen, wie sich die Situation entwickelt.