Panzerhaubitze kehrt heim nach Mistelbach. Die M-109 kommt nach Mistelbach zurück. Aufklärer werden auch wieder Artilleristen.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 19. Juni 2019 (06:15)
Michael
Die Panzerhaubitze M-109 ist zurück in Mistelbach: Minister Kunasek hatte die Heeresumgliederung von Doskozil aufgehoben und die Artillerie wieder nach Mistelbach rückgeführt. Am Wochenende wurde die erste Panzerhaubitze per Bahntransport geliefert.Pfabigan

„Endlich wieder daheim!“, stand am Transparent auf der Rechenstation der Panzerhaubitze M-109, als sie vom Eisenbahnwaggon rollte, der sie aus Kärnten ins Weinviertel transportiert hatte: Seit 2018 auf dem Papier, seit dem Wochenende auch real kehrt die Artillerie in die Kaserne Mistelbach zurück.

Sie war im Zuge der Heeresreform von Minister Hans-Peter Doskozil (SPÖ) aus Mistelbach abgezogen worden., 2018 hatte Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) diese Reform wieder aufgehoben, mit dem nächsten Einrückungstermin Juli 2019 werden wieder Artilleristen in Mistelbach ausgebildet. Momentan wird der Kader auf die neue Waffengattung umgeschult, da seit 2015 nur noch Aufklärer in Mistelbach ausgebildet worden waren.

Eine besondere Verwurzelung hat die Artillerie in der dritten Aufklärerkompanie in der Bolfraskaserne: „Die wurden 2008, als die Artillerie erstmals nach Mistelbach kam, auf Artilleristen umgeschult und identifizierten sich dann stark mit ihrer neuen Waffengattung“, weiß Bolfras-Kasernen-Presseoffizier Herwig Graf: „Die waren gar nicht glücklich darüber, als die Artillerie weggegliedert wurde.“

Topmoderne Technik

Die Soldaten wurden wieder Aufklärer: „Aber tief drinnen blieben sie Artilleristen“, weiß Graf. Die dritte Kompanie wird jetzt zur Batterie (so heißen Kompanien bei der Artillerie). Nach der ersten Haubitze M-109 samt Recheneinheit sollen noch bis zu 14 weitere Panzerhaubitzen nachkommen: „Die werden nach und nach geliefert werden, weil sie erst aufgerüstet werden müssen“, sagt Graf.

Die Hülle mag zwar aus den 1960er-Jahren stammen, die Technik darin ist aber topmodern. Insgesamt sollen in Mistelbach zwei Batterien aufgestellt werden, wobei eine solche Einheit aus rund 70 Soldaten besteht. Im Gegensatz zu einer Jägerkompanie, wo der Großteil der Mitglieder Kombattanten (Kämpfer) sind, ist in einer Batterie der Großteil der Mannschaft im Munitionsnachschub beschäftigt.

Scharfschießen im Oktober

Erstes Highlight für die Mistelbacher Artilleristen wird das Scharfschießen im Oktober sein, wenn die neue M-109-Batterie nach Allentsteig verlegt und den scharfen Schuss probt: „Die Ladegriffe und die Bewegung im Gelände können wir am Totenhauer üben, aber für das Scharfschießen fehlen uns im Weinviertel die Sicherheitszonen“, sagt Graf. Denn so eine Panzerhaubitze schießt, abhängig von der Treibladung, rund 30 Kilometer weit. Zu weit für die Übungsplätze im Weinviertel.