Ausgrabungen: Ur-Hornsburger feierten gern. Die Kreisgrabenanlage in Hornsburg ist schon lange von Luftbildern bekannt. Nun untersuchte ein Team der Uni Wien und des Ludwig Boltzmann Instituts den Innenbereich.

Von Hannes Huber. Erstellt am 01. Oktober 2014 (15:37)
NOEN, Huber
Das Team der Ausgrabungen, bestehend aus Uni Wien und Ludwig Boltzmann Institut: Jakob Kainz, Stefan Prater, Florian Ostrowski, Nicolas Schimerl, Anna Zoufaly, Lena Knauder, Wolfgang Neubauer, Hanna Pietsch, Anna-Maria Kriechbaum und Angelika Rudelics.

Rund 6.000 Jahre alt und somit aus der Jungsteinzeit ist die Kreisgrabenanlage „Hornsburg 1“. Jetzt nahm sie das Ludwig Boltzmann Institut gemeinsam mit der Uni Wien genauer unter die Lupe.

Vorfahren betrieben Viehzucht

Ziel der heurigen Forschungsgrabung ist es, die Grabung des letzten Jahres abzuschließen, die beiden inneren Gräben vollständig zu ergraben und den Innenbereich der Anlage genauer zu untersuchen. Gleichzeitig soll eine Vielzahl naturwissenschaftlicher Methoden angewandt werden. Um ein 3D-Modell erstellen zu können, kamen unterschiedliche Methoden zum Einsatz, wie etwa Luftbildaufnahmen, Laserscanning oder Magnetic-Handmesswagen.

NOEN, Gregor Kobelkoff
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Dabei wurden bereits beachtliche Erkenntnisse gewonnen. So dürften die Vorfahren der Hornsburger Viehzucht in großer Stückzahl betrieben haben. Jagd und Ackerbau hingegen eher nur in geringem Ausmaß. Neben den Wirbelknochen von Auerochsen wurden unterschiedliche Spuren von Getreide, wie Hirse, Hanf, Linsen und Mohn gefunden. Auch Gemüse wie Rüben, Kohlgewächse, Salat und Kräuter. Und Früchte, wie Nüsse, Äpfel und Hagedorn.

Landschaft war steppenartig

Der Grund, warum man sich hier niedergelassen hatte, dürfte auch klar sein: „Die Landschaft war zu dieser Zeit hier sehr offen und steppenartig. Wald gab es nahezu keinen, ideal um große Herden grasen zu lassen“, erzählte der Direktor des Ludwig Boltzmann Instituts, Wolfgang Neubauer, den neugierigen Besuchern beim Tag der offenen Tür am vergangenen Wochenende.

Aufgrund zahlreicher anderer Funde kam man zu der Erkenntnis, dass die „Ur-Hornsburger“ sehr gerne gefeiert haben: Neben Hochzeiten, Geburten, Einführungen ins Erwachsenenalter wurden viele weitere Gründe zum Feiern gefunden. Dies wurde meist auch musikalisch mit Trommeln begleitet.


Details zu Funden

Getreide: Hirse, Einkorn, Hanf, Erbsen, Linsen, Emmer und Mohn.

Früchte: Äpfel, Hagedorn, Nüsse.

Gemüse: Rüben, Kohlgewächse, Salat, Kräuter.

Tierüberreste: Auerochsen, Schafe, Ziegen, Schweine, Vögel, darunter auch ein Storch.

Weiters: bemalte Keramik und Statuen als Abbildung von Ahnen.