Erstellt am 30. Juni 2015, 09:14

von Michael Pfabigan

Dorf der Erbauer wird ausgegraben. Vor fast 7.000 Jahren siedelten die Schöpfer der Kreisgrabenanlagen im Kreuttal.

Erste Funde im Haus der Rinderzüchter-Kultur: Um 4850 vor Chr. kamen die Bewohner ins Kreuttal und begannen mit der Errichtung der Kreisgrabenanlagen. Nach längstens 400 Jahren verschwanden sie wieder. Möglicherweise waren die Ursachen für ihr Weiterziehen Probleme mit dem Grundwasser.  |  NOEN, Michael Pfabigan

Das Kreuttal ist alter Siedlungsraum, der vom Ludwig Bolzmann Institut für Archäologische Prospektion und von der Uni Wien systematisch erforscht wird. Seit Kurzem wird in Hornsburg wieder nach Relikten der Vergangenheit gegraben.

Waren in den Vorjahren die beiden Kreisgrabenanlagen bei Hornsburg Forschungsgegenstand, so ist es jetzt eine mutmaßliche Siedlung zwischen den beiden Anlagen. „Wir vermuten, dass die Erbauer der Kreisgrabenanlagen so gegen 4850 vor Chr. hier ein Dorf hatten“, sagt Grabungsleiter Wolfgang Neubauer. Und aus der Zusammenschau mit anderen Funden der Region weiß man ungefähr, wer diese Erbauer waren: Sie kamen als Rinderbauern aus dem Theiß-Gebiet im ungarisch-rumänischen Grenzgebiet, töteten die jungsteinzeitlichen Ackerbauern der Region und siedelten sich an, wobei sie eigene, neue Dörfer bauten.

Nach einigen hundert Jahren zogen sie dann weiter Richtung Bayern und Mitteldeutschland. Das Dorf bei Hornsburg dürfte ein frühes Dorf gewesen sein, vermutet Neubauer, erste Funde deuten auf mehre Vorratsgruben, eine Feuerstelle und Scherben aus dieser Zeit hin.

Offene Grabungsstelle

Am Donnerstag, 9. Juli, findet auf der Grabungsanlage ab 15 Uhr ein Tag der offenen Tür statt, bei dem man den Archäologen über die Schultern schauen kann. Gegen 17 Uhr wird Wolfgang Neubauer durch die Grabung führen.