Beate Ferchländer: „Ich will unterhalten“. Poysdorfer Krimiautorin Beate Ferchländer über Einflüsse, Reaktionen und Ideenfindung.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 18. Juni 2021 (05:23)
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Beate Ferchländer mit ihrem neuen Buch „Die Apfelstrudelmisere“.
zVg, zVg

NÖN: Wie verträgt sich das Dasein als Krimiautorin mit dem Job als Lehrerin am Gym Laa?

Beate Ferchländer: Ich hab mich vor zwei Jahren, als mein Mann in Pension ging, karenzieren lassen, damit wir zusammen mehr zum Reisen kämen — und ich mehr zum Schreiben. Das mit dem Reisen ging nur das erste Jahr, dafür hab ich im letzten Jahr umso mehr Zeit zum Schreiben gehabt. Neben Distance Learning etc. wäre das sicher nicht so flott gegangen mit dem neuen Buch. Insofern hat Corona mein Schreiben beeinflusst. Nicht jedoch inhaltlich.

Was sagen Ihre Schüler dazu, dass Sie Krimis schreiben?

Ferchländer : Ich glaube, meine ehemaligen Schüler fanden es cool, einigen durfte ich auch Bücher signieren – für die Mama hauptsächlich. Eine Schülerin kam sogar am Tag der schriftlichen Matura zu mir, um eine Unterschrift, das fand ich wirklich rührend. Ehemalige Schüler kommen immer wieder zu meinen Lesungen, das ehrt mich sehr. Ob auch alle Eltern einverstanden waren, weiß ich nicht, zumal die Romane ja auch nicht 100 Prozent jugendfrei sind.

Gab es dabei witzige Erlebnisse?

Ferchländer : Nach Erscheinen meines ersten Buches bekam ich einen anonymen Brief, der zum Ausdruck brachte, wie schrecklich und niveaulos mein Buch wäre. Kein Niveau für eine Pädagogin. Und dass die Person hoffe, dass es bei dem einen bliebe. Nun, mittlerweile sind die Bücher vier und fünf erschienen.

Ist Corona Thema in Ihrem neuen Roman „Die Apfelstrudelmisere“?

Ferchländer : Da ich mich ja der Komödie verschrieben habe, habe ich entschieden, den Roman noch davor spielen zu lassen, und auch mein nächster geht sich noch Corona-frei aus. Ich glaube, viele Menschen wollen derzeit unterhalten werden, ohne ununterbrochen auf Maske, Test, usw. aufmerksam gemacht zu werden. Abgesehen davon hat es auch meiner Stimmung sehr gut getan, ein paar Stunden täglich in einer Welt zu verbringen, in der Menschen sich noch in die Arme fallen durften.

Was inspiriert Sie zu den Storys?

Ferchländer : Ich glaube, ich bin eine gute Beobachterin und Zuhörerin. Manchmal schnappe ich ein Gespräch auf, lese einen Artikel in der Zeitung und es macht sofort „Boom“! Wie zum Beispiel beim „Teigtascherlskandal“ (Anm.: Band 4). Den fand ich so skurril.

Sind Lesungen zum neuen Buch geplant?

Ferchländer : Lesungen wird es in nächster Zeit leider keine geben, alle geplanten Lesungen im Juni wurden aufgrund der unzumutbaren Covid-Maßnahmen für Kleinveranstalter abgesagt. Wir hoffen auf Juli, August, aber man wird sehen.