In die 60er verlegt. Filmhof / Regisseurin Vicki Schubert setzt „Charleys Tante“ in den „Sommer of Love“ und bleibt komödiantischer Personenführung treu.

Von Ingrid Fröschl-Wendt. Erstellt am 09. Juli 2014 (09:16)
NOEN, Ingrid Fröschl-Wendt
Bühnenarbeit am Filmhof für die diesjährige Musiktheaterproduktion „Charleys Tante“: Regisseurin Vicki Schubert, selbst Schauspielerin mit Leib und Seele, zeigt wichtige Szenen gerne vor - mit Rainer Stelzig, Stefano Bernardin und Roland Kuste.
Höhepunkt des Sommers im Filmhof Weinviertel ist in diesem Jahr die Komödie „Charleys Tante“. Bei dem Stück kommt vielen ein Gesicht in den Kopf „Peter Alexander“. Die Verfilmung des englischen Stückes hat viele Vorstellungen geprägt. Doch damit räumt Regisseurin Vicki Schubert auf. Wie bei allen großen Stars dieser Filmära wurden die Rollen den Schauspielern auf den Leib geschrieben.

Doch in Asparn geht Schubert viel lieber dem Ur-Stoff auf den Grund: „Im Original ist das Stück ein Studenten-Ulk. Zwei Burschen und zwei junge Mädchen möchten die Erlaubnis des Dekans in ein Sommercamp zu fahren und überreden einen dritten Burschen, sich als Tante zu verkleiden, um dem Dekan die Erlaubnis dazu abzuringen. Das führt natürlich zu allerhand komischen Szenen.“ Das Stück ist über 100 Jahre alt. Warum es bis heute ungebrochen beliebt ist, sieht Schubert im Grundprinzip des Plots: „Wenn sich ein Mann Stöckelschuhe und ein Kleid anzieht, ist das komisch. Umgekehrt eigenartiger Weise aber nicht.“

„Wir lassen das jetzt in den 60er Jahren spielen“

Was bei dem Stück allerdings gar nicht ging, war die Sprache. „Die ist ebenfalls 100 Jahre alt, die kann man so nicht mehr auf die Bühne stellen.“ Doch das ist für Vicki Schubert ohnehin kein Problem. Bekannt für ihre zündenden Ideen hatte sie das Stück zu einer modernen Komödie umgeschrieben: „Wir lassen das jetzt in den 60er Jahren spielen. Im „Sommer of Love“, der sexuellen Revolution. Das passt gut zu der Geschichte, schließlich geht es ja auch um das Ausbrechen der Jugendlichen aus dem alten System.“

Und natürlich passen die „Sixties“ mit ihren grellen Farben und großen Mustern auch gut zur komödiantischen, slapstick-artigen Personenführung der Regisseurin. Ganz an den Stil des Stückes wird auch die Musik gehalten: Christian Deix und Sascha Peres haben sich ebenfalls an der Musik der 60er orientiert.

Premiere von „Charleys Tante“ ist am 15. Juli. Weitere Vorstellungen: 18., 19., 25., 26., 27., 31. Juli und 1., 2., 7., 8., 9., 10., 14. und 15. August. Beginn jeweils 20 Uhr, Sonntag 18 Uhr.

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