Pillichsdorf: Arbeiter beschimpft und bespuckt

Erstellt am 10. August 2022 | 04:55
Lesezeit: 2 Min
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Die Baustelle in Pillichsdorf sorgt bei manchem Autofahrer für Aggressionen: Die Bauarbeiter werden oft Ziel ihrer Ausbrüche.
Foto: Michael Pfabigan
Die Wartezeiten bei der Baustelle im Ortsgebiet sorgen für massive Aggressionen bei manchen Autofahrern.
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„Für eine Sammlung kreativer Kraftausdrücke braucht man sich nur einen Sessel neben die Baugrube stellen und mitschreiben“, erzählt eine Pillichsdorferin: Seit Anfang Mai wird an der Ortsdurchfahrt gebaut, die Zufahrt ist eigentlich nur für den Quell- und Zielverkehr und für die Großengersdorf erlaubt.

Zu Beginn der Bauphase hatte es an der Ampel vor der Baustelle massive Staus gegeben, da sich kaum wer um das Durchfahrtverbot gekümmert hat. „Die Polizei kontrolliert mehrmals täglich“, weiß Bürgermeister Florian Faber (ÖVP). Was viele trotzdem nicht abhält, die Durchfahrt zu versuchen, da die Umleitung 20 Kilometer lang ist.

Die Baufahrzeuge können nur während der Rotphasen der Ampeln zufahren, wollen sie den Durchzugsverkehr durch die Baustelle nicht behindern. Dabei werden die Arbeiter von besonders ungeduldigen Autofahrern aus Nachbarbezirken nicht nur beschimpft, sondern teilweise auch bespuckt, berichtet der Bürgermeister kopfschüttelnd.

Kreativ sind manche Autofahrer auch, wenn es darum geht, die Baustellenampel samt Wartezeiten zu umfahren: Es wurden 30er-Zonen und Fahrverbote eingerichtet, nicht einmal ein Radweg hielt Autofahrer ab. Und als die Gemeinde dort Betonblöcke platzierte, wurden die umfahren. Jetzt stehen Absperrgitter dort. „Die Autofahrer fahren auf Feldwegen und teilweise sogar gleich über das Feld“, weiß Faber.

Die Bauarbeiter tun ihr Möglichstes, um zumindest für die Pillichsdorfer die Belastungen so gering wie möglich zu halten. Neben dem laufenden Kontakt zu Gewerbetreibenden, versuchen sie auch, die Staubentwicklung einzudämmen soweit es geht: Erdmaterial wird gewässert, abgeschlossene Künettenarbeiten sofort provisorisch mit Asphalt zugemacht.

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