Asparn: Widerstand gegen 5G-Masten. spusu will ganze Gemeinde mit Mobilfunk versorgen. Bürger machen dagegen mobil.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 22. Juli 2020 (04:12)
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Aufregung in Asparn: Mobilfunkanbieter spusu würde gerne die Gemeinde mit schnellem 5G-Mobilfunk versorgen, eine Bürgerinitiative sammelt jetzt aber Unterschriften gegen das Vorhaben: „Wir wollen nicht zu Versuchskaninchen für eine nicht ausgereifte Technologie werden“, sagt Initiatorin Claudia Pelzelmayer.

„Wir haben in Michelstetten und Altmanns keinen Handyempfang und die großen Anbieter haben kein Interesse, dort einen Sender hinzusetzen, weil das nicht rentabel ist“, hält Bürgermeister Manfred Meixner (ÖVP) dem entgegen. Spusu mit seinem Chef Franz Pichler, er wohnt in Olgersdorf, würde das für seine Heimatgemeinde trotzdem machen. „Ich wurde in den vergangenen fünf Jahren immer wieder angesprochen, wann ich endlich einen Sender in Altmanns aufstelle“, sagt Pichler; spusu biete die Mobilfunkversorgung der Gemeinde an: „Wenn es die Gemeinde nicht will, dann machen wir das auf keinen Fall.“

Vor allem in der Jugend sei der Wunsch nach Mobilfunkanbindung mit schneller Datenleitung groß: „Die wollen bei uns am Land bleiben und trotzdem die moderne Kommunikation nutzen können“, sagt der Bürgermeister. Geplant seien elf neue 5G-Masten, einige vorhandene Sendeanlagen können mitgenutzt werden.

„Als nach der Coronakrise das Rundschreiben der Gemeinde kam, dass das 5G-Netz bei uns ausgebaut werden soll, hab´ ich mir gedacht: Das brauchen wir bei uns in Michelstetten nicht“, erzählt Claudia Pelzelmayer. Sie habe sich schon länger mit dem Thema auseinandergesetzt und ist überzeugt, dass die Technologie gesundheitsschädlich und noch nicht ausgereift sei. Sogar die Wiener Ärztekammer würde in einer Stellungnahme vor dem Ausbau des 5G-Netzes warnen. Statt des Mobilfunk-Datennetzes sollen Glasfaserkabel verlegt werden.

„5G bedeutet eine permanente elektromagnetische Bestrahlung im Wohnbereich und im Freien“, sagt Pelzelmayer, bei Lichtwellenleitern sei das nicht der Fall.

In einem Moratorium fordern Pelzelmayer und die Unterzeichner der Petition, die in Geschäften in der Gemeinde aufliegt, den Aufschub des Ausbaus des 5G-Netzes in Asparn, bis alle gesundheitlichen Risiken geklärt und die Unbedenklichkeit von unabhängiger Seite nachgewiesen sei. Die Petition samt Unterschriften soll dem Bürgermeister beim Infonachmittag zum Projekt am 24. Juli (16 bis 20 Uhr im Turnsaal der Mittelschule Asparn) übergeben werden.