Klinik Mistelbach: Neue OP-Methode für Dialysepatienten. Eine innovative Operationsmethode ermöglicht schonende Implantationen von Bauchfelldialysekathetern am Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf.

Von Redaktion Mistelbach. Erstellt am 29. April 2021 (11:03)
Die erste nach neuer Methode am Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf operierte Patientin, Ingrid Höfling mit Primar Bernhard Kirsch, Stationsleitung Dialyse Hermine Adler, Nephrologe Oberarzt Martin Gromann und Bereichsleitung Tatjana Masa-Charvat.
Usercontent, Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf

Am 16. April wurde im Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf erstmalig ein Bauchfelldialysekatheter nach einer vom neuen Leiter der 3. Medizinischen Abteilung, Primar Bernhard Kirsch entwickelten innovativen Operationstechnik implantiert. Die Neuerung dabei ist, dass nur extrem kleine Instrumente zum Einsatz kommen, wodurch die normalerweise notwendige Vollnarkose nicht mehr erforderlich ist.

Der Eingriff kann mit einer leichten Sedierung (ein Dämmerschlaf, ähnlich wie z.B. auch von Darmspiegelungen bekannt) schmerzfrei durchgeführt werden. Die Implantation erfolgt dabei unter Sicht, mit Hilfe einer nur 2,3 Millimeter dicken Kamera (Mini-Laparoskop) in der Bauchhöhle.

Für Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf ist diese neue Operationstechnik ein Beweis dafür, dass „Niederösterreich für Spitzenmedizin steht und auf sein Spitzenpersonal, das innovativ und hochspezialisiert arbeitet und operiert, stolz sein kann. Dank dieser neuen Technik kann noch mehr PatientInnen mit einer schweren Nierenerkrankung mittels Peritonealdialyse zu mehr Lebensqualität verholfen werden.“

Die Kollegiale Führung des Landesklinikums Ärztlicher Direktor Christian Cebulla, Kaufmännische Direktorin Jutta Stöger  und Interim. Pflegedirektorin Gabriele Rudorfer,  freuen sich nun diese Erleichterung für Nierenpatienten anbieten zu können und damit einen besseren Zugang zur Bauchfelldialyse zu ermöglichen.

Mit der sogenannten Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse) werden Patienten mit Nierenversagen seit Jahren ebenso erfolgreich behandelt wie mit der bekannteren Hämodialyse (Blutwäsche). Zur Durchführung der Bauchfelldialyse wird ein Bauchfelldialysekatheter in die Bauchdecke implantiert, über welchen danach regelmäßig eine Zuckerlösung in die Bauchhöhle gefüllt bzw. wieder abgelassen werden kann. Über das Bauchfell (die innere Auskleidung der Bauchhöhle) werden dadurch Giftstoffe und überschüssige Flüssigkeit abgegeben und in weiterer Folge aus dem Körper entfernt.

Ein Vorteil dieser Form der Nierenersatztherapie ist, dass sie nach entsprechender Schulung der PatientInnen (oder auch deren Betreuungspersonen) daheim selbstständig durchgeführt werden kann, wodurch ständige Transporte in das Dialysezentrum entfallen. Ein weiterer Vorteil der Bauchfelldialyse ist, dass diese Methode besonders schonend ist, wovon insbesondere PatientInnen mit Herzschwäche profitieren.

Primar Kirsch berichtet, dass es seiner Patientin nach Implantation des Bauchfelldialysekatheters mittels der neuen Technik den Umständen entsprechend sehr gut geht und sie bereits wieder entlassen werden konnte.