„Jetzt klagen wir ein!“. GNADENDORF / Unternehmer Maier sieht sich durch Hochwasserschaden von der Gemeinde geschädigt und will 30.000 Euro exekutieren lassen. Gemeinde wartet gelassen ab.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 04. März 2014 (23:59)
Von Michael Pfabigan

„Jetzt bringen wir eine Exekutionsklage gegen die Gemeinde ein!“ Unternehmer Dieter Maier möchte von der Gemeinde Gnadendorf 30.000 Euro, die ihm - aus seiner Sicht - durch ein von der Gemeinde 2012 illegal errichtetes und durchgebrochenes Rückhaltebecken entstanden sind. Da die Gemeinde seinen Forderungen bislang nicht nachgekommen ist, wollen er und die Anwälte seiner Firma Kizalphouse Holztechnik GesmbH & Co KG, die in der Gemeinde ein mobiles Sägewerk betreibt, die Gemeinde jetzt exekutieren lassen.

„Wir werden, wenn es sein muss, bis zum Höchstgericht gehen“, kündigt Maier an. Seine „Kriegskasse“ sei mit 800.000 Euro gefüllt: „Peanuts für ein Unternehmen wie das unsere, sowas zahlen wir aus der Portokassa“, gibt er sich siegessicher. Das erstrittene Geld will er dann übrigens karitativen Zwecken im Weinviertel spenden.
 

„Wir warten, was da kommt!“

Bürgermeister Manfred Schulz sieht der Klage gelassen entgegen: „Der Herr Maier kündigt immer wieder an, uns klagen oder anzeigen zu wollen, wir warten darauf!“ Der von Maier vorgeworfene Wasserschaden habe nichts mit dem kritisierten provisorischen Auffangbecken zu tun: „Bei ihm ist das Wasser von den Feldern direkt über den Weg auf sein Grundstück gelaufen!“ Dafür könne die Gemeinde nichts, so seien auch bei anderen Hausbesitzern Wasserschäden entstanden. „Ich hab mit ihm diesbezüglich gesprochen. Mit Anzeigen und Gerichten hat er zwar mehr Erfahrung als die Gemeinde Gnadendorf, aber, wie gesagt: Wir warten, was da kommt!“, sagt Schulz.

Schadenersatz nur ein Konfliktpunkt 

Wobei: Der Konflikt mit der Gemeinde beschränkt sich nicht auf die Schadenersatzklage. Da für das Haus von Maier keine Fertigstellungsanzeige auf der Gemeinde vorliegt, lädt die Gemeinde in den kommenden Wochen zu einer außerordentlichen Baubeschau. Während man bei der Verwaltung denkt, dass beim Bau nicht alles in Ordnung sein könnte, glaubt Maier an bewusste Benachteiligung: „Wir haben so gebaut, wie es gehört!“ Außerdem sei die Baubeschau unnötig, da der Bau schon abgeschlossen sei.

Eine Baufertigstellungsanzeige habe der Amtsleiter aber nicht annehmen wollen. Außerdem sage die Gemeinde den Grund für die Bauprüfung nicht: „So können wir die Unterlagen gar nicht vorbereiten!“

Und: Maier ist bereit, die nächste Front im Streit mit der Gemeinde zu öffnen: „Wir werden jetzt Grundstücke in Gnadendorf kaufen. So werden wir der Gemeinde den Gashahn abdrehen, denn dann können sie nicht mehr bauen!“ Die Kosten könne seine Firma aus der Portokassa zahlen. Die Gemeinde Gnadendorf will erst einmal abwarten.