Grünes Potenzial in Mistelbach wäre da. Die Grünen prüfen derzeit ein eigenes Antreten oder eine gemeinsame Kandidatur mit der LaB.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 05. Juni 2019 (04:35)
Michael Pfabigan
Der Grüne Briefkasten im Café Harlekin ist ein Relikt aus den frühen Grünen Zeiten in Mistelbach. 1995 zogen sie in den Gemeinderat ein, 2010 kippten sie mangels Nachwuchs wieder raus. Einen Schlüssel für den Briefkasten gibt es übrigens längst nicht mehr.

Bei der jüngsten EU-Wahl holten sich die Grünen in der Bezirkshauptstadt 569 Stimmen (11 Prozent) und damit um 380 Stimmen mehr, als bei der Nationalratswahl 2017, bei der die Grünen aus dem Parlament gekippt waren.

Im Mistelbacher Stadtparlament sind die Grünen schon länger nicht vertreten. Denn seit 2010 haben sie dieses Feld der Bürgerliste aktiver Bürger LaB überlassen: Zuerst kandidierten noch Grüne bei der LaB, zuletzt verzichtete man mangels Personal sogar auf das. Bestrebungen der Bezirkspartei, in Mistelbach eine eigene Gruppe auf die Beine zu stellen, scheiterten bisher.

„Eine gemeinsame Gruppierung sollte bunt, aber nicht blau sein!“Martina Pürkl (Grüne) über eine weitere Zusammenarbeit mit der Bürgerliste LaB.

Wie wird es bei der Wahl im Jänner 2020 aussehen? „Beides ist möglich: Eigene Kandidatur oder gemeinsame mit der LaB“, sagt Martina Pürkl, vorletzte Grüne Mandatarin im Gemeinderat, Bezirksobmann-Stellvertreter und letzte Grüne Bastion in der Stadt: „Es kommt schlussendlich auf jene an, die sich engagieren wollen. Und auf die jeweiligen Mitstreiter bei der LaB und die Themen, auf die wir uns einigen wollen.“

Beide Gruppierungen stünden erst am Anfang der Gespräche, Grüne Mitstreiter seien aber jederzeit willkommen, betont Pürkl. Denn sie selbst will nicht mehr im Vordergrund stehen. „Das sollen jetzt Jüngere machen“, hatte sie in einem früheren Interview der NÖN verraten.

Was könnte ein Knackpunkt bei den Verhandlungen sein? „Eine gemeinsame Gruppierung sollte bunt, aber nicht blau sein“,sagt Pürkl. Denn auf der Liste der LaB findet sich seit 2015 auch Erwin Netzl, der zuvor der FPÖ ausgeschlossen worden war.

Zweifel daran, ob Netzl eigentlich zur LaB passt, hatte Bürgerlisten-Stadträtin Anita Brandstetter Anfang Mai im NÖN-Interview geäußert: „Wir müssen uns die Frage stellen, ob seine Ideologie eigentlich zu uns passt. Ich finde, dass die freiheitliche Ideologie nicht zur LaB passt.“

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