Wegerth nach Puls4-Show: „Die Zeit ruft nach uns“. Der Weinviertler Markus Wegerth will mit neuer Marke „KastlGreissler“ die Nahversorgung revolutionieren.

Von Florian Mark. Erstellt am 01. Mai 2020 (05:55)

Die positive Resonanz hat nicht lange auf sich warten lassen. Nur kurze Zeit nach Ausstrahlung der Puls4-Sendung „2 Minuten 2 Millionen“, in der Markus Wegerth den Unternehmer Martin Rohla zu einer Investition in sein Nahversorgungsunternehmen „KastlGreissler“ (vormals MoSo) überzeugen konnte, erreichten den Weinviertler Start-up-Unternehmer hunderte Anfragen von Personen, die in sein auf Selbstbedienungscontainern basierendes Konzept investieren oder selbst Franchise-Partner werden wollten.

„Bekommen bereits Anfragen aus dem Ausland“

„Für uns ist das natürlich ein gutes Zeichen: Es zeigt, dass wir uns in der Zeit befinden, die nach unserem Konzept ruft“, sagen Markus Wegerth und Geschäftspartner Christoph Mayer zur erfolgreichen Suche nach Investoren im Interview mit der NÖN. „Wir haben Bewerbungen von rund 250 Personen aus ganz Österreich, die Franchisenehmer werden wollen, erhalten. Dazu bekommen wir bereits Anfragen aus dem Ausland.“

Dazu kamen 244 Investoren, die über die Internet-Investitionsplattform Green Rocket, binnen zwei Tagen mit unterschiedlich hohen Beiträgen die veranschlagte Investitionssumme von 300.000 Euro aufbrachten, um die Expansion des 2016 begonnenen Startups zu finanzieren.

Das Konzept von Kastl-Greissler basiert auf Einkauf per Selbstbedienung. Die an zehn Standorten im Weinviertel platzierten Container sind jeden Tag in der Woche rund um die Uhr geöffnet, Kunden können aus 350 verschiedenen Artikeln wählen und über ein elektronisches Kassensystem selbst bezahlen.

Franchisenehmer können sich für einen einmaligen Betrag und eine regelmäßige Gebühr mit einem oder mehreren Containergeschäften selbstständig machen. Sie erhielten Unterstützung, müssten sich aber eigenständig um den Aufbau eines Lieferantennetzwerkes und Beziehungen mit regionalen Produzenten kümmern.

Ziel bis 2024: 40 Franchisenehmer mit 150 Shops

„Ich komme selbst aus der Lebensmittelbranche, und aus dieser Zeit habe ich auch eine hohe Wertschätzung für Lebensmittel mitgebracht“, sagt Wegerth. „Deshalb ist mir der regionale Bezug sehr wichtig: der Verkauf regionaler Produkte in Zusammenarbeit mit Produzenten aus dem Weinviertel.“ Rund 70 Prozent der Produkte in den Kastl-Greisslern seien daher regionalen Ursprungs.

Auch Christoph Mayer sagt dazu: „Zwei Kernkonzepte sind uns besonders wichtig. Erstens: den Kundinnen und Kunden Gutes aus der Region, sozusagen von den Produzenten „ums Eck“, anbieten zu können. Und zweitens: den beim Kunden bestehenden Bedarf an täglich notwendigen Produkten, darunter zum Beispiel Grillkohle, Hygieneartikel oder Fertiggerichte, decken zu können.“

Zudem könnten mit dem Selbstbedienungskonzept Orte erreicht werden, an denen gewöhnliche Lebensmittelhandel sich wirtschaftlich nicht rentieren würden. „Wir bringen die Nahversorgung zu den Menschen und nicht die Menschen zu den Nahversorgern“, streicht Christoph Mayer heraus.

Nach dem erfolgreichen Auftritt im TV und einer kurzen, erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne ist eine rasche Expansion über die Landesgrenzen hinaus geplant: 40 Franchisenehmer mit 150 Shops sollen es bis 2024 werden, neben Österreich sollen auch Deutschland und die Schweiz als Zielmärkte anvisiert werden.

KastlGreissler-Standorte:

Breitenstetten, Drösing,

Harmannsdorf-Rückersdorf,

Katzelsdorf, Pillichsdorf, Poysdorf, Schleinbach, Schönkirchen-Reyersdorf, Seyring und Zwerndorf. Ein weiterer Container steht in der Auslieferung.