„Wir beschließen es, weil wir es können!“. Bauvergaben für Outback-Neu im Jambo beschlossen. Das Pfarrzentrum ist keine Alternative.

Von Petra Wiesmayr. Erstellt am 14. Mai 2015 (06:30)
NOEN, Michael Pfabigan
Die Pfarre lud die Gemeinde ein, gemeinsam eine Lösung für das schwer sanierungsbedürftige Pfarrzentrum zu finden. MIT:uns wollte in einen Neubau das Outback integrieren, die Mehrheit im Gemeinderat war aber dagegen.

In einem Schreiben wandte sich die Pfarre Wolkersdorf kürzlich an die Stadtgemeinde bezüglich einer Zusammenarbeit: Das 1973 errichtete Pfarrzentrum bedarf einer Generalsanierung, die Pfarre ist nicht in der Lage, dies zu finanzieren. „Es ist uns nicht gelungen, Rücklagen dafür zu bilden“, heißt es in dem Schreiben.

Da der Pfarrsaal auch bisher hauptsächlich durch die Gemeinde genutzt werde, will die Pfarre künftig „einen gemeinsamen Weg gehen und einen Ort der Kultur und Begegnung schaffen“. „Wir wenden uns daher an Sie, um dieses Projekt voranzubringen. Eine neue Eigentümerstruktur ist darin eingeschlossen.“

Die Bürgerliste MIT:uns ließ daher die Standortdiskussion rund um das neue „Outback“ neu aufleben und verlangte bei der dritte Gemeinderatssitzung des neuen Gemeinderats die sofortige Aufnahme von Gesprächen mit der Pfarre und einen Vergabestopp für die Adaptierung des ehemaligen Jambo.

Opposition kritisierte fehlende Transparenz 

„Die Pfarre bittet die Gemeinde, das Pfarrzentrum zu betreiben, dadurch ergeben sich neue Möglichkeiten für eine multifunktionale Nutzung, auch für die Jugend“, sieht Stadtrat Hannes Schwarzenberger (MIT:uns) darin eine Chance, das Outback im Zentrum zu halten. Zu den Kosten für das Jambo meint Schwarzenberger: „1,2 Mio. Euro stehen nicht im Verhältnis zur Nutzung.“

Der Dringlichkeitsantrag, eine geeignete Alternative zum Jambo zu suchen, wurde von ÖVP und SPÖ abgewiesen. Die von WUI und MIT:uns kolportierte Kostenüberschreitung für dessen Adaptierung wird von der ÖVP bestritten. „Es handelt sich lediglich um eine durchaus übliche Erhöhung von zehn Prozent, zudem wollen wir den Ausstattungswünschen der Jugendlichen Rechnung tragen“, erklärt Stadtrat Richard Rötzer (ÖVP).

Kritisiert wurde von der Opposition auch die mangelnde Transparenz. Trotz mehrmaliger Anfragen sei das Ergebnis des Jugendbeteiligungsprozesses nicht offengelegt worden. Außerdem fehle ein passendes Angebot für Junge von 11 bis 14 Jahren.

Sager von Gemeinderat Gube sorgte für Raunen

Für ein Raunen bei den Zuhörern sorgte der Sager von Gemeinderat Gube (ÖVP) zu den Bauvergaben: „Wir beschließen es, weil wir es können.“ So wurden Aufträge in der Gesamthöhe von rund 625.000 Euro für Baumeisterarbeiten, Tischler, Bodenleger, Fenster und Sonnenschutz, Fliesenleger, Maler, Trockenbau und Elektroinstallationen mehrstimmig beschlossen. Den Löwenanteil davon machen die Baumeisterarbeiten in Höhe von 288.891 Euro und 134.944 Euro für Heizung, Lüftung und Sanitäranlagen aus.

Für die Anträge stimmten ÖVP, SPÖ und Christian Schrefel sowie Barbara Rader (WUI). Ebenfalls beschlossen wurde die vorzeitige Auflösung des Mietvertrages mit der Fa. MAHO, die derzeit ihre Geschäftsräume im Jambo hat, und eine Abfindung von 11.110 Euro.

Wie es mit dem Pfarrzentrum weitergeht, ist noch offen.