Kreatives Handwerk: Überleben in einer Zeit der Krisen. Literatinnen setzten sich unter Federführung einer Kleinbaumgartnerin mit einer Initiative für Solidarität in schwieriger Zeit ein.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 25. April 2020 (06:26)
Marlen Schachinger und Robert Gampus initiierten die Selbsthilfeaktion der Literaten.
Helmut Lackinger

Solidarisches Handeln ist in der gegenwärtigen Ohnmacht das gesellschaftlich Relevanteste, davon sind Literaturwissenschafterin Marlen Schachinger und ihr Partner Robert Gampus überzeugt. Die beiden initiierten daher ein Projekt mit dem Titel „Arbeit statt Almosen“ und luden dazu neunzehn weitere Literatinnen ein.

Sie wollen so gemeinsam ein Hoffnungszeichen setzen, trotz der Schockstarre, in der sich die literarische Landschaft gegenwärtig befindet. Die Buchmesse wurde bekanntlich abgesagt, Lesungen wurden storniert oder mit wenig bis keinem Honorar in den virtuellen Raum verlegt. Das Frühjahr ist verloren, Herbstprogramme wie Festivals sind bereits gestrichen.

Staatliche Hilfen sind vielen Literatinnen nicht zugänglich: „Wir, die Autorinnen, möchten auch nicht auf Almosen angewiesen sein. Lieber schenken wir unseren Lesern Geschichten und danken ihnen dafür, dass wir arbeiten und überleben“, sagt Marlene Schachinger. „Damit Literatur, die ihnen wie auch allen Liebhabern der Belletristik lebenswichtig ist, eine Zukunft hat“, so ihr Anliegen. Dafür denken die Literatinnen voraus und erzählen von der Zeit nach der Krise.

„Dabei geht es nicht nur um Covid-19, denn Krisen gibt mehr als genug – wirtschaftliche, persönliche, politische“, sagt die Kleinbaumgartnerin. Die Literatinnen pendeln von Pay- und Gender-Gap zum Klima, nehmen Altersarmut ins Visier und suchen Alternativen in der Beziehungskrise, verlieren den Kopf bei Shoppingwahn oder begegnen anderen, die sie in die Krise bringen, um sich dadurch zu einzigartigen, ernsten, komischen und absurden Geschichten inspirieren zu lassen.

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