Weinviertler Dreiländereck: Priorität liegt beim Wasser. Im Dreiländereck werden künftig verstärkt Klimawandel-Maßnahmen gesetzt.

Von Werner Kraus. Erstellt am 24. November 2020 (17:34)
Geschäftsführerin Bettina Wessely und Obmann Christian Frank arbeiten intensiv an der Einreichung des KLAR- Projektes für den Klimaschutz.
Werner Kraus

Das Weinviertler Dreiländereck wird sich im kommenden Jahr als Klimawandel-Anpassungsmodellregion, kurz KLAR bewerben. In den letzten Jahren haben sich Veränderungen wie höhere Durchschnittstemperaturen, weniger Frosttage und Zunahme von Wetterextremen bemerkbar gemacht. Das betont Christian Frank, der Obmann des Weinviertler Dreiländerecks, der mit KLAR einen wichtigen Impuls und Akzent setzen möchte. Im Interview spricht er über das Projekt.

NÖN: Sehen Sie Chancen 2021, bei KLAR an die Reihe zu kommen ?

Christian Frank: Natürlich sehen wir sehr gute Chancen, als Klimawandel-Anpassungmodellregion anerkannt zu werden, und freuen uns schon jetzt auf eine intensive Arbeit.

Wie verläuft das Aufnahmeprozedere?

Frank: Bis Ende Jänner müssen wir uns mit einem Grobkonzept als KLAR-Region bewerben. Anschließend geht es schrittweise in die nächsten Phasen. Dies wäre Phase 1 mit der Erstellung eines Detailkonzepts, Phase 2 mit den entsprechenden Umsetzungsmaßnahmen und die laufende Adaptierung und Weiterführung als Phase 3.

Was ist das Ziel für KLAR im Dreiländereck?

Frank: Einerseits müssen wir uns weiterhin Gedanken zum Klimaschutz machen und entsprechende Maßnahmen setzen, andererseits müssen wir Maßnahmen setzen, die helfen, sich an die bereits erfolgten und zu erwartenden Auswirkungen des Klimawandels anzupassen.

Gibt es besondere Schwerpunktsetzungen?

Frank: Ein besonderer Schwerpunkt ist der Umgang mit Grundwasser: Unsere Region zählt zu jenen mit den meisten Hitzetagen bei gleichzeitig wenigen Niederschlägen. Das hat Auswirkungen auf den Wasserhaushalt in der Region. Dafür mehren sich einzelne Starkniederschläge, die Maßnahmen in der Flurwirtschaft benötigen.

Welche Förderungen und Vorteile können für das Dreiländereck durch KLAR lukriert werden?

Frank: Schon allein die Tatsache, dass man sich in der Region mit dem Thema auseinandersetzt und Gedanken darüber macht, ist als großer Vorteil zu sehen. Für Aktivitäten und Maßnahmengibt es Fördermittel mit hoher Förderquote aus dem klima+energie Fonds.

Gibt es schon konkrete Projekte, die in KLAR behandelt werden sollen?

Frank: Es gibt eine Reihe an Ideen, die im Zuge der Konzepterstellung zur Einreichung konkret ausgearbeitet werden.

Gibt es für Dreiländereck bei KLAR Vorbildregionen?

Frank: Es gibt schon einige KLAR-Regionen in Niederösterreich, die uns einige Best-practice-Projekte liefern. Die Leader Region Weinviertel Ost ist derzeit bemüht, dass sich alle Regionen des östlichen Weinviertels als KLAR-Regionen bewerben und vernetzen.

Welche Gruppen sollen besonders eingebunden werden?

Frank: Sehr viele Gruppen sind betroffen. Das zieht sich von der Landwirtschaft über Gemeinden bis hin zu Betrieben und Private. Vor allem in den Bereichen der Bewusstseinsbildung und Maßnahmen, die jeder selbst setzen kann, wollen wir ein breites Angebot bieten.

Wie lange wird das KLAR Projekt dauern?

Frank: Ziel ist es, die Maßnahmen, welche in der Konzepterstellung definierten werden, in den nächsten zwei bis drei Jahren umzusetzen.