Klinik Mistelbach: Neue Diagnostik gegen Prostatakrebs. An der urologischen Abteilung am Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf werden im Kampf gegen den Prostatakrebs neue Verfahren eingesetzt.

Von Redaktion Mistelbach. Erstellt am 25. Februar 2021 (12:20)
Neue Techniken im Kampf gegen Prostatakrebs: Oberarzt Markus Riedl, Oberarzt Clemens Heßler, Primar Florian Wimpissinger und Arzt Stefan Ostermann (v.l.).
Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf

Prostatakrebs ist die häufigste bösartige Erkrankung des Mannes. Durch eine Vorsorgeuntersuchung beim Facharzt für Urologie kann der Krebs früh erkannt, diagnostiziert und behandelt werden. Teil der Abklärung bei einem Tumorverdacht ist seit wenigen Jahren auch eine spezielle Magnetresonanztomographie (MRT) der Prostata. Die Diagnose Prostatakrebs kann jedoch nur durch eine Probenentnahme (Biopsie) gestellt werden. Um Areale, die in der MRT verdächtig aussehen, gezielt zu biopsieren, wurde Anfang des Jahres an der Urologischen Abteilung des Landesklinikums Mistelbach-Gänserndorf die Technik der sogenannten MR-Fusionsbiopsie eingeführt.

„Auffällige Areale aus dem MRT-Befund werden dabei während der Probenentnahme in den Ultraschall eingespielt – die beiden Bilder werden so fusioniert“ erklärt Primar Florian Wimpissinger, Vorstand der Urologischen Abteilung. Oberarzt Markus Riedl meint zur neuen Technik: „Kleine auffällige Befunde können durch die Fusion von MRT und US sicher getroffen werden. Mit der gezielten Biopsie verdächtiger Areale kann die Anzahl der Gesamtproben reduziert werden.“

Findet man in der Biopsie tatsächlich Prostatakrebs und wurde dieser früh erkannt, kann er durch eine Operation (Radikale Prostatektomie) geheilt werden. Früher wurde diese Operation üblicherweise offen – durch einen Schnitt im Unterbauch oder in der Dammregion durchgeführt. Seit einigen Monaten wird Prostatakrebs an der Urologischen Abteilung auch mittels Schlüssellochchirurgie (Laparoskopie) operiert. Die laparoskopische radikale Prostatektomie kann mit nur wenigen kleinen Schnitten und mit einer 3-D Kamera im Inneren des Körpers durchgeführt werden. 

Oberarzt Clemens Heßler sieht die Vorteile dieser Technik vor allem darin, „dass Patienten sich schneller von der Operation erholen. Die Sicht der Operation in 3-D-Technik ist deutlich vergrößert und Details können besser dargestellt werden. Der laparoskopische Zugangsweg ist vor allem dann von Vorteil, wenn aufgrund der Krebserkrankung auch Lymphknoten im Becken entfernt werden müssen.“

Für Primar Wimpissinger hat der Zugangsweg der Prostataoperation (offen oder laparoskopisch) jedoch nicht so einen hohen Stellenwert wie die Erfahrung des jeweiligen Operateurs, die an der Urologie des Landesklinikums aufgrund der hohen Fallzahlen einerseits und der guten Aus- und Weiterbildung andererseits gegeben ist.