Ein Opfer der eigenen Erfolge. d.aichinger@noen.at

Von David Aichinger. Erstellt am 17. Juni 2014 (23:59)

Stefan Weisenböck hängt in Bamberg in der Luft. Drei Jahre lang dominierte der Assistant-Coach mit dem Klub den deutschen Basketball, hatte quasi Patent auf sämtliche nationale Titel angemeldet. Heuer gab‘s zum ersten Mal vorzeitigen Urlaub und das Aus für Headcoach Fleming. Möglich, dass damit auch Weissenböck gehen muss.

Fair? Nicht wirklich, aber so ist es eben oft im Sport. Hauptsponsor Brose hält in Bamberg 100% an der Basketball-GmbH. Den Aufsichtsrat hat Gesellschafter Stoschek mit Mitarbeitern seines Unternehmens bestückt. Der 66-Jährige hat das Budget aufgestockt, ist aber auch alleiniger Entscheidungsträger. Und er hat entschieden.

Teams, die Kräfteverhältnisse in einer Liga für einige Jahre auf den Kopf stellen, gibt es immer wieder. Dass sich die finanzstärkere Konkurrenz irgendwann zurückmeldet, ist logisch. Die erfolgreichsten Trainer der Klubgeschichte dann sofort vor die Tür zu setzen, nicht. Das sorgt für Spott in Europa, wo der Traineranteil an den vielen Bamberg-Titeln durchaus registriert wurde. Die Coaches wurden Opfer der eigenen Erfolge, und der gestiegenen Erwartungen. Gleichzeitig sind sie aber auch sicher in zahlreichen Notizblöcken gelandet. Für Weissenböck wird es in der Basketball-Elite weitergehen. Wenn nicht in Bamberg, dann woanders.