Finanzspritze hilft nicht viel. Über Wolkersdorfs Plan, Ärzte mit Großförderung zu locken.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 11. September 2019 (05:00)

30.000 Euro Startförderung will die Wolkersdorfer Regenbogenkoalition ansiedelungswilligen Kassenärzten zahlen, damit sie ihre Ordinationen in der Stadt aufsperren.

Wenn Gemeinden bereit sind, so tief in die Tasche zu greifen - über einen 500-Euro-Rasenmäher wird oft stundenlang diskutiert -, zeigt das, wie tief das Problem sitzt: Praktische Ärzte wollen nicht einmal mehr in Ballungsräume, um eine Kassenordination zu übernehmen, weil die Rahmenbedingungen nicht mehr passen. Die Krankenkassen zahlen knapp über acht Euro pro Patient, was dazu führt, dass diese am Fließband abgehandelt werden müssen. Jede Gewerkschaft würde bei den anfallenden Arbeitszeiten der Allgemeinmediziner aufschreien und die Möglichkeit, mit einer Hausapotheke etwas dazu zu verdienen, ist gerade in Städten gleich null.

Eine Startförderung kann bei einer Ordinationsgründung helfen, langfristig wird sie den praktischen Arzt aber nicht glücklich machen.