Der Fehler liegt im System. Über den Ärztemangel in Mistelbach.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 01. Juli 2020 (05:01)

Massenabfertigung, wenige Hausapotheken, niedrige Honorare und Untersuchungen, die nicht verrechnet werden dürfen – dass dieses Angebot für viele junge Mediziner nicht gerade attraktiv klingt, liegt auf der Hand.

Anstatt eine Kassenpraxis anzustreben, noch dazu im ländlichen Raum, wählen sie daher lieber den Dienst in den Spitälern oder ziehen für ihre Arbeit gar ins Ausland.

Damit werden die Probleme in der Gesundheitsversorgung auch immer mehr die Probleme der Gemeinden: Erst im Vorjahr wurde intensiv über den Ärztemangel in Laa diskutiert, nun wird es mit nur drei Kassenstellen in den Mistelbacher Ordinationen eng. Was den Gemeinden bleibt, um eine medizinische Versorgung für alle zu sichern, ist, selbst die Initiative zu ergreifen.

Ob die Bemühungen der Stadt Mistelbach hier jedoch ausreichen werden, ist fraglich; Investitionszuschüsse helfen über kurze Dauer, können die Fehler im System, die Ärzte bei Kassenstellen orten, jedoch niemals ausgleichen.