Ein bitterer Fall für die Mustangs. Über Tatsachenentscheidungen und Proteste.

Von David Aichinger. Erstellt am 22. Januar 2020 (01:26)

Der Basketball-Kracher zwischen Mistelbach und den Flames hatte ein Nachspiel – aber nur in Form von Diskussionen über die Gültigkeit des entscheidenden Dreiers und nicht in Form eines tatsächlichen Protests. Der war am Tag nach dem Spiel nicht mehr möglich.

Das ist einerseits gut, weil es wenig Sinn macht, wenn sich jemand am Tag danach hinsetzen kann, um ein Video durchzuforsten und möglicherweise einen Fehler zu finden, der im schlimmsten Fall zu einer Neuaustragung führt. Da gäbe es wohl viele, abgesehen davon, dass das in einer österreichweiten Liga auch schwer umzusetzen ist. Eine erneute Fahrt Wien – Mistelbach wäre ja nicht so schlimm gewesen. Bei Dornbirn – Wien sieht es anders aus.

Andererseits betrifft die Diskussion wohl auch selten die allerletzte Szene. War die Shotclock auf Null, hätte Mistelbach bei +2 und sieben Sekunden auf der Uhr den Ball bekommen und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gewonnen, was die Chance auf Heimvorteil im Viertelfinale deutlich vergrößert hätte.

So war es eben ein für die Mustangs bitterer Fall von „Schiedsrichterentscheidungen sind Tatsachenentscheidungen“. Denn die oft zitierte „ausgleichende Gerechtigkeit“ über längere Zeiträume wird sich in diesem Fall nur sehr unwahrscheinlich einstellen.