Legt die Karten auf den Tisch!. Über Zusagen im Fußballgeschäft und fehlende Handschlagqualität.

Von Dominik Siml. Erstellt am 30. Juni 2020 (14:20)

Vergangene Woche berichtete Wolkersdorf von einer Einigung mit einem Spieler, der dann – kurz vor der Vertragsunterzeichnung – seine Meinung änderte. Nun sprach Asparn-Obmann Christian Idinger von fehlender Handschlagqualität und verwies auf zwei Zusagen, die plötzlich doch Absagen wurden.

Nun, bei Verhandlungen sind immer beide Seiten gefragt. Kommt es zu einer Einigung, sollte es egal sein, ob diese schriftlich oder mündlich erfolgte – Zusage ist Zusage. Die Spieler könnten die Karten doch auf offen auf den Tisch legen, den Vereinen sagen, dass es noch andere Interessenten gibt und sie deswegen noch keine fixe Zusage machen können. Das wäre nur fair. Im Gegenzug liegt es auch an den Vereinen, ihre Wunschspieler dementsprechend fair zu behandeln und ihnen nichts vorzugaukeln. Ist das Ja-Wort aber erst einmal erfolgt, muss der Spieler zu seinem Wort stehen.

Verständlich, dass es immer mehr zum Trend wird, dass sich die Vereine jede Kleinigkeit schriftlich absichern lassen – und das ist auch gut so, wie man an diesen zwei Beispielen sieht. Idinger traf den Nagel auf den Kopf: „Wenn eine Zusage per Handschlag nichts mehr zählt, auf was kann man sich dann noch verlassen?“ Damit hat er zwar recht, es ist aber auch irgendwie traurig.