Videoanalyse oder doch Bier. Über das neue Videosystem des SC Kreuttal.

Von David Aichinger. Erstellt am 11. Dezember 2019 (03:12)

Was sich im Profibereich bewährt und für Amateure nicht völlig undenkbar ist (wie der Video-Schiri), greift meist nach und nach auch aufs Unterhaus über. Beispiel: die Viererkette. Ein Neueres: die Videoanalyse.

Bei vielen Landesliga-Vereinen ist es längst üblich, die eigenen Spiele zu filmen und der Mannschaft regelmäßig kurze Sequenzen vor Augen zu führen. Der Mistelbacher Gerald Schalkhammer – aktuell in Bisamberg erfolgreich – verwendet ein System, das ihm die gewünschten Szenen auf Knopfdruck vorselektiert und schneidet. Den Vogel schießt seit Sommer aber der SC Kreuttal ab, der ein System angeschafft hat, das es zulässt – ganz wie aus dem TV gewohnt – Spieler zu markieren sowie Räume und Laufwege einzuzeichnen. Sehr professionell, vor allem für eine erste Klasse.

Mit der Vermutung, dass in zehn Jahren fast alle Vereine so etwas besitzen würden, könnte der SCK recht haben. Bis dahin hat man – sofern das Tool auch wirklich gut genutzt wird – ein Plus beim Werben um die größten Talente. Korrigiere: um die ehrgeizigsten, größten Talente. Es soll in den untersten Ligen ja auch Spieler geben, die der wöchentlichen Videoanalyse lieber das unbekümmerte „Nach-dem-Training-Bier“ mit den Kollegen vorziehen. Ganz unprofessionell, aber in der ersten oder zweiten Klasse sicher erlaubt.