Viel machen, wenig bewirken. Über Länge und Inhalte der modernen Vorbereitung.

Von David Aichinger. Erstellt am 12. Februar 2020 (01:13)

Eine Vorbereitung dauert sechs Wochen! Es ist noch gar nicht so lange her, da war das im Fußballunterhaus noch sowas wie ein ungeschriebenes Gesetz. Dass man die ersten zwei davon in Laufschuhen auf Asphalt verbrachte, übrigens auch.

Von diesem Punkt aus hat sich freilich vieles verändert, die Professionalität hat auch in den unteren Ligen Einzug gehalten. Die Vorbereitung kann jetzt schon mal sieben, acht, neun oder gar zehn Wochen dauern und beinahe genauso viele Testspiele beinhalten wie man danach in der Meisterschaft hat. Im Herbst wird oft nachtrainiert, im Winter ein Heimprogramm aufgegeben.

Laa-Coach Josef Gottwald schwimmt als einer der wenigen gegen den Strom, der Coach des Gebietsligisten setzt auf Selbstdisziplin. Sechs Wochen – natürlich moderner aufbereitet als früher – reichen für ihn. Spannend ist ein Aspekt, den er in Sachen „Heimtraining“ ins Spiel bringt. Wenn es ein solches gibt, müsse es individuell gestaltet sein, weil jeder etwas anderes braucht. Ist völlig korrekt, wird da und dort aber sicher nicht beherzigt. Statt „Laufe Strecke X in Y Minuten“ sollte dann eher „Laufe Strecke X oder Dauer X im Pulsbereich X bis Y“ am Programm stehen. Sonst kann es sein, dass jemand viel macht, aber wenig bewirkt.