Wie Rot für einen Trainer. Über das Besucherverbot und die ersten Geisterspiele.

Von David Aichinger. Erstellt am 14. Oktober 2020 (00:12)

Elf Kampfmannschaftsspiele mit Bezirksbeteiligung wurden am Wochenende ausgetragen, sieben davon fanden tatsächlich im Bezirk Mistelbach statt. Das Szenario war da und dort ähnlich: Zuschauer waren – der auf orange geschalteten Coronaampel sei Dank – verboten, aber trotzdem da. Sie kamen mit Bänken und Stühlen, im oder am Auto, und wenn es sein musste eben gleich auf einem Traktoranhänger. Selbstverständlich nahmen sie nicht auf der Sportanlage, sondern gleich außerhalb Platz.

Der Grund liegt auf der Hand und ist ein Charakteristikum zahlreicher Dorfplätze: Von irgendeiner Seite sind die meisten Plätze einsehbar. Und ist das nicht der Fall, geht der kreative Fan eben mit Hilfsmitteln auf Nummer sicher.

Unabhängig vom Sinn des Zuschauerverbots erinnert dieses Schauspiel ein wenig an das Szenario, wenn ein Trainer im Amateurbereich vom Schiedsrichter aus seiner Coachingzone verwiesen wird. Dann macht er in der Regel eben gleich daneben hinter der Absperrung weiter. Effekt? Nicht vorhanden. Ganz so ist es mit den Fans freilich nicht, immerhin kommen jetzt deutlich weniger. Für die wirklich Fußballhungrigen gilt aber dennoch: Wer ein Match sehen will, findet Wege.