Nebeneinander statt miteinander. Über die Grenzöffnung vor 30 Jahren.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 11. Dezember 2019 (05:00)

Vor 30 Jahren öffneten sich die Grenzen, für die ersten Besucher gab‘s beim Grenzübergang Drasenhofen ein Achterl. Das Ende des Eisernen Vorhanges war mehr als nur ein symbolischer Akt der Menschen, die seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges an der toten Grenze gelebt hatten.

Das Weinviertel heute: Was wurde aus dieser anfänglichen Euphorie? Die Gastronomie könnte ohne Mitarbeiter aus Tschechien nicht überleben, tschechische Kunden beleben die Geschäfte in der Region und auch touristisch sind die Tschechen, zumindest im Raum Laa, ein Faktor.

Zusammengewachsen sind die Regionen beiderseits der Grenze nicht, die Kontakte blieben spärlich, große Initiativen scheiterten an der Sprachbarriere. Weinviertler und Südmährer leben mehr nebeneinander als miteinander – auch weil es die wenigsten Weinviertler der Mühe wert finden, etwas gegen die mangelnde Sprachkompetenz dem Nachbarn gegenüber zu unternehmen.