Politik gegen Meinungspatt. Michael Pfabigan über die Namens-Volksbefragung in Neudorf.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 13. März 2019 (05:00)

Eine hauchdünne Mehrheit der Neudorfer will, dass ihr Ort den Beinamen „bei Staatz“ behält: 50,8 Prozent waren dafür, dass sich nichts ändert. Das bedeutet aber auch: Die Hälfte der Neudorfer will sich im Namen zum Weinviertel bekennen und nicht als Appendix der Nachbargemeinde Staatz gelten.

In dieser Frage ist Neudorf gespalten und hier zeigen sich auch die Nachteile der direkten Demokratie: Nämlich dann, wenn durch eine Volksbefragung keine eindeutigen Ergebnisse eingefahren werden. Elf Stimmen Unterschied sind alles andere als eine klare Willensbekundung.

Und plötzlich schlägt wieder die Stunde der Politiker: Sie müssen jetzt entscheiden, was mit diesem Votum geschehen soll. Alles lassen, wie es ist – was entgegen der bisherigen Gemeinderatsbeschlüsse wäre – oder gleich in Meinungsspaltung für den neuen Namen entscheiden. Weil: Zu hundert Prozent recht machen können sie es bei diesem Ergebnis sowieso keinem.