Politiker ist kein 39-Stunden-Job. Über Unterschiede bei den Bürgerlisten.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 13. November 2019 (04:00)

So unterschiedlich gestrickt sind Bürgerlisten: Die Ulrichs-kirchner Liste Best tritt an, weil ihr unter anderem zu viele Pensionisten im Gemeinderat sitzen. Es brauche eine Verjüngung. Die Mistelbacher Liste aktiver Bürger LaB argumentiert, eine Pensionistin sei besser als ein im Berufsleben stehender Bürgermeister, weil sie sich ausschließlich um die Belange der Gemeinde kümmern könnte. Eine entsprechende Nachfrage der NÖN wird mit „Wir sehen diese Frage als Abwertung von älteren Menschen“ quittiert.

Welcher Standpunkt stimmt? Natürlich soll der Gemeinderat die Zusammensetzung der Gesamtbevölkerung abbilden.

Ein Holler ist die Argumentation der LaB, dass einem 39 Stunden arbeitenden Bürgermeister, teilt er seine Arbeitskraft 50:50, nur 16,5 Stunden für die Gemeinde überblieben. Selbst einfache Gemeinderäte, die ihre Funktion ernst nehmen, kommen mit allen ihren Jobs in Gemeinde und privat auf Stundenzahlen, bei denen jede Gewerkschaft weinen würde.