„Auge“ war der letzte Mohikaner. Über das Aus von Manfred Augustin beim SV Unterstinkenbrunn.

Von David Aichinger. Erstellt am 09. Oktober 2019 (01:28)

Ein Griff nach den Sternen sollte es werden, der Kartoffelkeller wurde es. Statt nach Platz drei 2018/19 wie erhofft noch eine Steigerung zu schaffen, war Unterstinkenbrunn nach sieben Runden Letzter der 1. Klasse Nordwest und Trainer Manfred Augustin den Job los. Das Derby in Stronsdorf erlebte der 52-Jährige nicht mehr auf der Bank.

Kurios ist, dass er quasi auch sein letztes Spiel nicht selbst miterlebte. Wegen eines lange bekannten und mit dem Verein abgesprochenen privaten Veranstaltungsbesuchs verpasste Augustin das 2:4 gegen Göllersdorf, mit dem sich sein Team selbst die rote Laterne umhängte. Dass das etwas mit der Trennung zu tun hat, verneinen alle Beteiligten. Das beste Bild macht es freilich auch nicht. Gerade im Abstiegskampf wird man von den Spielern nur das bekommen, was man vorlebt.

Beim Blick auf das große Ganze kann man dem sympathischen Trainer diesen Vorwurf aber keinesfalls machen – im Gegenteil. Der Polizist nahm sich die letzten Jahre stets im Winter und Sommer Urlaub, um die Vorbereitung besser anleiten zu können. Er war seit 2011 das Gesicht des SVU und damit längstdienender Trainer im Bezirk. Augustin gehört zu einer aussterbenden Generation. Er wird fehlen, und Unterstinkenbrunn – wie viele andere Klubs – Mühe haben, wieder wen zu finden, der so lange bleibt.