Wir brauchen neue Regeln. Über die Lockkraft der Hausapotheken für Ärzte.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 24. Juni 2020 (02:14)

Loch auf, Loch zu: In Hausbrunn und Altlichtenwarth freut man sich, dass rasch ein neuer Hausarzt gefunden werden konnte. In Mistelbach trauert man einem dringend benötigten Doktor nach: Allgemeinmediziner Oskar Kienast wechselt in den Norden des Bezirks und hinterlässt eine wachsende Stadt mit noch drei vorhandenen Kassenärzten, die keine neuen Patienten mehr annehmen. Und im Mistelbacher Rathaus ist man nicht unbedingt zuversichtlich, dass rasch Ersatz gefunden werden kann.

Denn Kienast verlässt die Bezirkshauptstadt nicht, weil sie ihm nicht gefallen würde. Er wechselt nach Hausbrunn, weil er dort eine Hausapotheke führen kann.

Das Zauberwort „Hausapotheke“ ist es auch, das Ordinationen attraktiv macht und ihre Nachbesetzung leicht(er). Bleiben die restriktiven Schutzbestimmungen für die Apotheken, dann werden wir bald ein neues Arztsystem brauchen: bei Trägerorganisationen angestellte Ärzte statt freier Hausärzte.