Zutrauen ja, erwarten nein. Über die Titelchancen des SC Wolkersdorf.

Von David Aichinger. Erstellt am 17. April 2019 (01:00)

Man kommt einfach nicht drum herum, den Euro ins Phrasenschwein zu werfen und den Wolkersdorfer Last-Minute-Sieg in Sierndorf mit jenem Klischee zu analysieren, das am besten passt: „Wer solche Spiele gewinnt, wird Meister.“ Trainer Günter Schiesswald hört das freilich nicht so gern, und auch Kapitän Stephan Kasmader forderte sein Team – nicht zum ersten Mal – sofort auf, demütig zu bleiben. Das ist verständlich und hat seine Gründe.

Zunächst einmal ist fast jeder Sieg knapp, sechs von neun kamen mit einem Tor Unterschied. Dazu fehlt ein Torjäger, muss die Defensive (schon zehnmal zu null!) stets liefern. Am meisten fehlt aber wohl das Selbstverständnis eines „Topteams“. Wolkersdorf weilt gewöhnlich in anderen Sphären. Sichtbar an Zahlen: In sieben der letzten zehn Spielzeiten hatte man am Ende weniger Punkte als jetzt nach 17 Runden, auf zwei der drei anderen fehlen noch einer bzw. zwei Zähler. Und auch in den Jahren davor war man selten so gut. Hält die aktuelle Truppe den Punkteschnitt, wird es die zweitbeste Saison seit dem Aufstieg im Jahr 2003. Das alleine wäre schon meisterlich.

Und doch: Wer zwei Drittel der Saison so konstant punktet, dem muss man das auch im Schlussabschnitt zutrauen. Erwarten darf man es aber nicht.