Eltern lehnen Erhöhungen für Kinderbetreuung ab

Erstellt am 28. April 2022 | 05:33
Lesezeit: 3 Min
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Die Nachmittagsbetreuung im Kindergarten wird teurer, vielen Eltern ist das angewandte System zudem viel zu unflexibel. Mit einem offenen Brief wenden sie sich an die Gemeinde.
Foto: Michael Pfabigan
Eine breite Front hat sich in Kreuzstetten gegen die Preissteigerungen der Nachmittagsbetreuung formiert.
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Massive Kritik gibt es von Eltern an der Erhöhung der Kosten für die Nachmittagsbetreuung und dem Vorgehen der Gemeinde bei der Anmeldung der Kinder. Auch die Aussagen, Kinder würden bis 17 Uhr angemeldet aber früher abgeholt, sorgten für Ärger.

Eine Gruppe von zunächst vier Eltern ging nach der Gemeinderatssitzung, in der die Erhöhungen beschlossen wurden, an die Öffentlichkeit. Eine entsprechende Aussendung, in der auf alle Begründungen der SPÖ zur Erhöhung eingegangen wird, ging an alle Parteien und auch an die NÖN.

So beschweren sich die Eltern darüber, dass die Anmeldung der Betreuungsstunden sehr unflexibel sei, nur alle drei Monate könne man das Modell auf Nachfrage ändern. Berufstätige Mütter bräuchten jedoch mindestens einen Tag in der Woche, um sich um Arzttermine, Besorgungen etc. kümmern zu können. „Gibt es nichts zu erledigen, werden die Kinder früher abgeholt“, erzählt Sabrina Koch, eine Sprecherin der Gruppe, aus der Praxis.

Eltern, die im Schichtdienst arbeiten, sei zudem geraten worden, die Kinder generell bis 17 Uhr anzumelden, und auch auf nochmalige Nachfrage sei erklärt worden: Es sei egal, wenn die Sprösslinge dann auch früher abgeholt werden.

Über drei Viertel der Eltern, die Kinder in der Betreuung haben, beschweren sich über die deutlich gestiegenen Kosten für die Nachmittagsbetreuung und haben schon dagegen unterschrieben. „Es melden sich sogar Eltern, deren Kinder demnächst mit dem Kindergarten beginnen und unterschreiben wollen“, sagt Koch.

Preissteigerungen bis zu 160 Prozent möglich

Die aufgebrachten Eltern errechneten Steigerungen von 40 bis 160 Prozent. Die Stunde von 16 bis 17 Uhr, auf die gerade Eltern angewiesen sind, die etwas weiter entfernt arbeiten, war gratis. Künftig schlägt sie sich aber mit 20 Euro pro Woche zu Buche.

Die Begründung von Bürgermeister Adi Viktorik (SPÖ), der Personalaufwand sei in der letzten Stunde im Vergleich zu den betreuten Kindern zu hoch, lassen die Eltern nicht gelten. Ab 16 Uhr sei nie mehr als eine Betreuungsperson vor Ort.

Zudem geben die Eltern zu bedenken, dass aufgrund der Pandemie mit Homeoffice, Quarantäne und zeitweiligen Notbetrieb des Kindergartens die vergangenen beiden Jahre nicht als Referenz für den tatsächlichen Betreuungsbedarf herangezogen werden könnten. Man habe die Kids einfach mehr daheim haben können.

Gemeinderätin Monika Wood-Ryglewska (SPÖ) hat als Vertreterin der Gemeinde mittlerweile ein erstes Gespräch mit den Eltern geführt. Bei den Kosten hatte sie schlechte Nachrichten, denn die gestaffelten Erhöhungen seien vom Land vorgegeben worden, sagt sie. Bei den Vorwürfen der mangelnden Flexibilität der Gemeinde bei Anmeldungen will sie nach Möglichkeit Abhilfe schaffen, bittet aber um etwas Geduld.

In den nächsten Tagen will sie ein passendes Konzept zur Lösung der organisatorischen Fragen und mehr Flexibilität erarbeiten und dieses mit den Eltern diskutieren.

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