Coronavirus fördert Cybercrime im Bezirk Mistelbach. Das Corona-Jahr hat die Arbeit der Polizei verändert: Kontrollen stehen an der Tagesordnung. Die Cyberkriminalität steigt, Einbrüche gab es hingegen kaum.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 01. April 2021 (03:24)
Der Trend der letzten Jahre hält an: Die Cyberkriminalität steigt und steigt, vor allem im Corona-Jahr.
Shutterstock/Artem Oleshko, Shutterstock/Artem Oleshko

Die Corona-Krise hat die Arbeit der Polizisten im Bezirk in vielen Bereichen verändert: „Wir führen im Auftrag der Behörde mehrere hundert Kontrollen wöchentlich durch“, schildert Bezirkspolizeikommandant-Stellvertreter Andreas Thenner. Überprüft wird, ob Absonderungsbescheide eingehalten werden, und auch Gaststätten werden täglich kontrolliert.

In den Zahlen der Kriminalstatistik lassen sich die Veränderungen durch die Pandemie eindeutig herauslesen: „Die Zahl der Straftaten hat sich im Bezirk im Vergleich zum Vorjahr verringert. 2019 wurden noch 2.460 Straftaten verzeichnet, 2020 waren es 2.329“, führt Thenner aus. Der Grenzbereich spielt für den Bezirk eine Rolle, dennoch konnte die Aufklärungsquote verbessert werden. „Diese liegt bei 52,6 Prozent, das ist eine Verbesserung von 3,6 Prozent.“

Eine Herausforderung für die Polizei ist weiterhin der starke Anstieg der Cyberkriminalität. Thenner rät zu einem einfachen Grundsatz: „Wenn etwas zu gut ausschaut, stimmt etwas nicht“, warnt er vor zwielichtigen Angeboten im Netz.

Bei der Einbruchskriminalität wurde hingegen ein „extremer Rückgang“ verzeichnet, es gab im Vorjahr kaum Dämmerungseinbrüche. „Durch die Pandemie waren die Leute zuhause, hinzu kommen die Kontrollen und Einreisebeschränkungen. Die Kriminellen wissen natürlich auch genau, dass nun jedes fremde Auto auffällt“, macht Thenner bewusst. Auch das Risiko bei Autoeinbrüchen, Firmeneinbrüchen und Sachbeschädigungen gingen die Täter 2020 deutlich seltener ein.

Keinen Rückgang gab es hingegen bei der Suchtmittelkriminalität; zwei Plantagen wurden im Vorjahr im Bezirk aufgedeckt, die Abteilung kann trotz erschwerter Ermittlungsbedingungen durch Corona schöne Erfolge aufweisen. Gewalttaten in Familien sind leicht angestiegen, befeuert durch eine gesetzliche Änderung, wie Thenner erklärt: „Annäherungsverbote werden jetzt für jede einzelne betroffene Person ausgesprochen.“